Citroën

Fliegender Teppich mit viel Platz

Citroen Grand C4 Picasso

Citroen Grand C4 Picasso

Der grosse Bruder des neuen C4 Picasso gefällt optisch, technisch - und mit einem fantastischen Raumangebot.

Es waren in den vergangenen zwei Jahren vor allem schlechte Nachrichten, die man von der PSA-Gruppe, bestehend aus Peugeot und Citroën, hörte und las. Doch die Franzosen scheinen sich aufgerappelt zu haben, Peugeot brachte in den vergangenen Monaten mit dem 208 und dem 308 gleich zwei neue Modelle, welche die Marke wieder auf die Strasse des Erfolgs zurückbringen dürften. Und Citroën hat sein Programm der Mini-Vans, die seit Jahren zu den Bestsellern gehören und elementar sind für die Marke, komplett erneuert. Und der C4 Picasso sowie der ganz neue C4 Grand Picasso, den wir ganz exklusiv schon fahren durften, werden Citroën mit Garantie beflügeln, denn mit diesen Modellen ist den Franzosen etwas gelungen, was man ihnen gar nicht mehr zugetraut hat: die Evolution typisch französischer Auto-Qualitäten.

Da ist auf der einen Seite der Fahrkomfort. Endlich, ist man versucht zu sagen, gibt es wieder ein Automobil ausserhalb der Oberklasse, das die Passagiere mit dem Gefühl eines fliegenden Teppichs verwöhnt. Der neue C4 Grand Picasso, der über den gleichen Radstand verfügt wie sein kleiner Bruder, aber hinten einen grösseren Rucksack trägt, überzeugt mit ausgezeichnetem Abrollkomfort, er ist wunderbar weich, ohne deswegen schwammig zu wirken. Einverstanden, die grossen sportlichen Ambitionen sollte man mit diesem Mini-Van nicht hegen wollen, doch das ist ja auch nicht der Sinn solcher Fahrzeuge. Bequem reisen will man, gut sitzen - und beides kann der C4 Picasso erfüllen, sowohl der kleine wie erst recht der grosse. Sehr gute Sitze, eine sehr angenehme Position - und das gilt für alle Insassen. Im Grand Picasso können bis zu sieben Personen mitreisen, und zumindest auf den vorderen fünf Plätzen können sich die Insassen fühlen wie in der Business Class eines Flugzeugs.

Eine weitere Qualität der Franzosen war immer die hohe Flexibilität der Fahrzeuge, ein besseres Raumgefühl als in anderen Autos. Der C4 Grand Picasso ist nicht nur sehr grosszügig verglast (5,7 m2 sind es), er bietet auch Platz ohne Ende. 700 Liter beträgt das Kofferraum-Volumen schon im Normalzustand, das dürfte Rekord sein in diesem Segment; maximal sind es 1843 Liter. Und ausserdem lassen sich Gegenstände von einer Länge bis zu 2,75 Meter verstauen - dafür braucht man sonst einen Lieferwagen. Die Bedienung ist kinderleicht, die hinteren Sitze lassen sich mit einer Hand auf- und wegklappen, dazu gibt es Dutzende von Ablagefächern; man muss bloss schauen, dass man auch noch alles findet, was der Grand Picasso wegpacken kann.

Citroën geht wie Peugeot neue Wege beim Bedienkonzept. Viele der wichtigsten Funktionen werden neu über einen grossen Touchscreen geregelt, deshalb gibt es bedeutend weniger Schalter und Hebel. Das ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, man wird vielleicht auch die Bedienungsanleitung zu Hilfe nehmen müssen, doch das geht schnell - und bald schon wird man es zu schätzen wissen. Selbstverständlich gibt es auch bei den Franzosen so ziemlich alles an Assistenzsystemen, was der Markt so hergibt, und man kann das auf der Sonderausstattungsliste ankreuzen. Oder auch nicht.

Wir fuhren die feinste Motorisierung, die es derzeit gibt, den bekannten 2-Liter-Diesel mit 150 PS. Geschaltet wird er manuell (was zu empfehlen ist) oder über ein robotisiertes Schaltgetriebe (à la Smart), das gegenüber seinen Vorgänger zwar deutlich verbessert wurde, aber immer noch bei jedem Schaltvorgang eine Gedenksekunde braucht, bis es den nächsten Gang eingelegt hat. Der grosse Diesel mit seinem mächtigen Drehmoment von 370 Nm steckt das aber locker weg. Er will das nur 1,4 Tonnen schwere Fahrzeug (es ist über 100 Kilo leichter als sein Vorgänger) mit knapp über 4 Litern über 100 Kilometer weit bewegen. Noch sparsamer ist der e-Hdi 115, der es mit 3,8 Litern schaffen will. Der neue C4 Grand Picasso kommt in diesen Tagen zu den Schweizer Händlern, auf den grossen Diesel muss man allerdings noch etwas länger warten.

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