Porsche
Im Hybrid-Porsche über die Pässe

Mutig ist man schon bei Porsche. Statt sich auf dem Normverbrauchswert für den neuen Panamera S E-Hybrid (3,1 Liter pro 100 Kilometer) auszuruhen, schickt man vier der 2,2 Tonnen schweren Viersitzer auf eine Mehrpässefahrt in die Schweizer Berge.

Markus Chalilow
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Porsche Eco Rallye Suisse

Porsche Eco Rallye Suisse

HO

Ohne Möglichkeit zum Nachladen der Akkus sollen die Journalisten erfahren, wie hoch der Verbrauch des Plug-in-Hybrid aus Zuffenhausen wirklich ist. Und, die Strecke ist durchaus anspruchsvoll. Von Vitznau aus geht’s über einige Pässe (unter anderem die Furka und die Grimsel) nach Frutigen und dann zurück durch die Stadt Luzern wieder nach Vitznau. Über 300 Kilometer ist die Gesamtstrecke lang. Und, es ist klar dass diese nicht mit dem Normverbrauchswert zu schaffen ist. Allein der Furkapass ist mit einer Höhe von 2429 Metern über Meer ein Strom- und Spritfresser.
Und ja, wenn wir in einem Porsche Panamera sitzen dann ist der Gasfuss meist keine Feder. Natürlich im Rahmen der gesetzlichen Leitplanken. Darum, und weils rund um den Vierwaldstädtersee zuweilen recht eng ist, lassen wir es locker angehen, fahren fast nur elektrisch. Über 24 Kilometer sind wir alleine mit dem Strom aus den Akkus unterwegs und können dabei sogar rein elektrisch angetrieben Überholen. Schon cool, nach 18 km auf dem Tageskilometerzähler zeigt die Verbrauchsanzeige immer noch 0,0 L/100 km an. Doch irgendwann ist die Ampére-Herrlichkeit vorbei, der V6-Benziner schaltet sich zu. Muss er auch, denn die Furka zu erklimmen ist ein hartes Stück Arbeit. Schliesslich wiegt der Porsche weit über zwei Tonnen. Aber es ist schon erstaunlich wie leichtfüssig sich das mächtige Auto um die Ecken werfen lässt. Das animiert natürlich zu allen anderem, ausser zum Spritsparen.
Ja, über den Verbrauch auf dieser Etappe hüllen wir den Mantel des Schweigens. Doch, ein bisschen Power muss man schon freilegen, schliesslich sind die Etappenzeiten an dieser Eco-Rallye knapp gewählt. Wer zu spät kommt den bestraft das Reglement mit ordentlich vielen Strafpunkten. Nach einer kuren Pause auf der Furka gehts weiter zum Grimsel-Hospiz und den grossen Stauseen. Hierher kam wohl ein Teil des Stroms, der im Akkus des Plug-in-Hybrids lagerte. Aber, zum Strom nachfüllen bleibt keine Zeit, weiter gehts nach Frutigen. Nach einer Stärkung geht es auf die Schlussetappe nach Vitznau. Der Verkehr rollt locker, auf der Autobahn ist es für einmal nicht so hektisch. Gut für eine sparsame Fahrweise. Und die Gelegenheit, die Batterien des Panamera wieder aufzuladen. Dank der Ladefunktion soll man die Akkus in etwa 45 Minuten wieder gefüllt können. Dank einer Lastpunktverschiebung des Benziners soll dies ohne grossen Mehrverbrauch möglich sein. Der Vorteil: wenns nachher durch die Stadt Luzern geht, können wir wieder rein elektrisch mit null Verbrauch durch die Rush-Hour schleichen. Gesagt, getan, nach fast 320 ereignisreichen Kilometern, stehen alle vier Porsches wieder in Vitznau. Die Sieger schafften die Pässefahrt mit einem Wert von 6,4 L/100 km. Angesichts der Topographie ein Wahnsinnswert. Auch wir waren sparsam unterwegs, erstaunliche 7,5 Liter hat sich das Teil genehmigt. Obwohl wir das Klassement nur von hinten angeführt haben ist es doch sehr erstaunlich, dass wir auf 100 Kilometer weniger verbraucht haben als vor kurzem mit einem 200-PS-Kompaktauto wie dem Kia C'eed GT.