Seat
Kleiner Bruder im Sportdress

Nur drei Türen, niedriger, kürzerer Radstand, bestens motorisiert. Der Seat Leon SC zielt als sportliches Coupé auf die Jungen - und jung gebliebenen.

Claudia Nussbaumer
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Seat Leon SC

Seat Leon SC

HO

Schweizweit hat Seat 8934 Einheiten verkauft im 2012. Der nationale Importeur der spanischen Automarke ist nicht unzufrieden mit dieser neuesten Zahl. Das ist ein Marktanteil von 2,7 Prozent, immerhin. Jetzt bringt Seat, nur wenige Monate nach der Einführung des Leon-Fünftürers, den SC, das neue Sportcoupé. Die spanische Herstellerin behauptet ja, sie sei die Marke mit den jüngsten Käufern, 38 Jahre alt ist im Durchschnitt, wer sich für einen Seat entscheidet. Das will man so schnell auch nicht ändern: Beim Entwerfen des sportlichen Flitzers hatte man einen 27-jährigen Lenker vor dem geistigen Auge.
Jugendlich wirkt es tatsächlich, das Coupé, schnittig, kompakt. Die Unterschiede zum fünftürigen Leon sind augenscheinlich: der SC hat zwei Türen weniger, er ist niedriger und hat einen um 35 Millimeter kürzeren Radstand, nicht viel, in Zahlen, aber er wirkt tatsächlich – kraftvoller? Die dezent gesetzten, dreidimensionalen Linien an den Seiten sind hübsch. Ohne aufdringlich zu wirken, spielen sie ganz fein mit Licht und Schatten. Da ist viel Liebe zum Detail. Das Interieur ist vergleichbar mit dem des grossen Bruders: Alles ist da, übersichtlich angeordnet, aufgeräumt und dennoch ein bisschen verspielt, hier und da hat es eine feine Chromleiste. Ein paar wenige grosse Drehknöpfe für Klima und Heizung, ein Bordcomputer mit Display; dezent, zeitgemäss. Ablagefächer gibt es auch, die Verarbeitung ist gut, so wie sich das wohl gehört für ein Mitglied des VW-Konzerns.
Wer auf die hinteren Sitze möchte, muss sich nur ganz leicht verrenken, um dahin zu gelangen. Die Rücklehnen der Vordersitze lassen sich weit nach vorne kippen. Wer nicht gerade ein Hüne ist, sitzt bequem, hat sogar so etwas wie Beinfreiheit. Die gesamte Rückbank kann im Übrigen komplett umgeklappt werden, so wird das Kofferraumvolumen von 380 auf immerhin 1150 Liter erweitert. Und noch ein paar Zahlen: Der Leon SC ist 4,23 Meter lang, 1,81 Meter breit, 1,44 Meter hoch und wiegt mindestens 1160 Kilogramm.
Beim Antrieb setzt Seat auf Vielfalt. Der frontgetriebene Vierzylinder geht sowohl mit TDI- und TSI-Motoren von 1,2 bis 2,0 Liter Hubraum ins Rennen. Sämtliche Triebwerke arbeiten mit Direkteinspritzung und Turboaufladung. Die Verbräuche sollen dabei im Schnitt zwischen 3,8 Liter (1.6 TDI CR, Diesel) und 5,9 Liter (1.8 TSI, Benzin) auf 100 km liegen. Wir hatten das Vergnügen mit einem 1,8 Liter TSI mit 180 PS. Er fährt sich erwartungsgemäss agil, ist erfreulich leichtfüssig und sportlich, das zaubert schon mal ein Lächeln in die Augenwinkel. Das 7-Gang-DSG-Getriebe hat auf den spanischen Strassen und rund um die unzähligen Kreisel frisch und fröhlich rauf und runtergeschaltet, ohne dass der Beifahrer ständig unfreiwillig genickt hat wie ein Dackel auf der Hutablage. Auf kurvenreichen Strassen fühlt er sich sowieso zu Hause, da liegt sicher eine seiner Stärken. Aber auch gemütliches Dahingleiten lässt er zu, er fährt ruhig und gleichmütig auf Autobahn und Landstrasse und wirkt angenehm klein und wendig in engen Gassen. Wir haben ihn sehr gemocht, die Testfahrt erschien uns fast ein wenig zu kurz. Und dies, obschon wir uns wohl eher nicht mehr so ganz zum angestrebten Zielpublikum zählen dürften.
Die Brot-und-Butter-Variante des Leon SC kostet 18'950 Franken. Dafür gibt es einen 1,2 Liter TSI mit 85 PS und 5 Gängen, manuell geschaltet. Für «unseren» Testwagen müsste man schon 33'250 Franken aufwerfen. Eine beachtliche Liste lockt mit optionalen Assistenzsystemen und weiteren Kinkerlitzchen. Wer sich mit der Bestellung etwas sputet, darf bis zum 31.8.2013 zudem mit Frühbucherrabatten rechnen. Beim Händler ist der kleine Löwe ab Mitte Mai 2013.

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