Porsche

Kraft und Herrlichkeit aus Zuffenhausen

Porsche 911 Turbo

Porsche 911 Turbo

50 Jahre nach der Lancierung des ersten 911ers lanciert Porsche die neuste Version des Klassikers als Turbo-Modell mit bis zu 560 PS.

Die Turbo-Modelle aus Zuffenhausen feiern nächstes Jahr ebenfalls einen runden Geburtstag. 2014 werden bei Porsche dann genau seit 40 Jahren 911er mit Turbomotor gefertigt. Was als wildes Biest mit sehr abenteuerlichen Fahreigenschaften begann ist im Laufe der Jahrzehnte natürlich gereift. Die aktuelle Version, auf Basis der aktuellen 991-Baureihe, ist schon fast lammfromm. Und trotzdem extrem schnell.

Der neuste Elfer mit zwangsbeatmetem Triebwerk verfügt wie bereits seine zwei Vorgänger über Allradantrieb und wird zudem in zwei Versionen angeboten. Als «einfacher» Turbo mit 520 PS sowie als «Turbo S» mit munteren 560 Pferden. Das wir uns hier auf die «S»-Variante konzentrieren hat vor allem den Grund, dass er in der Schweiz den weit höheren Marktanteil erreichen wird als die 520-PS-Version. Natürlich ist im «S» nahezu alles serienmässig verbaut, was die Aufpreisliste hergibt. Wunderbare, geschmiedete 20-Zoll-Räder mit Zentralverschluss etwa. Oder eben ein Drehmomentmaximum (bei der einige Sekunden lang abrufbaren «Boost»-Funktion) von 750 Nm. Gepaart mit den 560 PS ergibt das eine Beschleunigung, die wirklich atemberaubend ist. In nur 3,1 Sekunden soll der Turbo S mit dem Sport-Chrono-Paket aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen. Das tut er garantiert, denn dank einer automatischen Launch-Control, ähnlich der Anfahrhilfe eines Formel-1-Rennwagens, und des Allradantriebs zieht der Turbo los wie von der Tarantel gestochen. Natürlich geht auch langsamer und mit weniger Verbrauch. Der neue Turbo kann wie alle anderen 911-Modelle nun segeln (ohne Last wird automatisch der Leerlauf eingelegt und das Auto «segelt, über die Strasse). Und, das Doppelkupplungsgetriebe stellt jetzt auch virtuelle Gangstufen zur Verfügung. Will heissen, dass so schnell wie möglich der nächsthöhere Gang eingelegt wird. Bis zu einem Tempo von 65 km/h wird im Extremfall die Kupplung nur um so viel geschlossen, dass der Motor nicht unter Standgasdrehzahl fällt. Will heissen, die Kupplung schleift leicht. So sollen Verbräuche von im Schnitt 9,7 Liter pro 100 Kilometer möglich sein. Auch, weil der Turbo über ein erweitertes Stopp-Start-System verfügt, welches den Motor bereits beim Heranrollen, z. B. an ein Lichtsignal, im Bereich unter 7 km/h abstellt.

Porsche 911 Turbo Innenraum

Porsche 911 Turbo Innenraum


Doch richtig Spass macht es natürlich, den neusten Turbo so richtig die Sporen zu geben. Dank einer aktiven Aerodynamik (unter andrem durch einen pneumatisch ausfahrenden Frontspoiler) und der ausgeklügelten Regelelektronik sind dem Fahrspass keine Grenzen gesetzt. Um in den Grenzbereich des Fahrzeugs vorzudringen muss man sich schon auf eine richtig schnelle Rennstrecke begeben. Und selbst auf solchem Geläuf dürfte der Fahrer eher vom Gas gehen als das Auto oder die Fahrphysik das fordern würde. Schön ist aber, dass dank den Verstellmöglichkeiten am Fahrwerk der Komfort nicht auf der Strecke bleibt. Das Auto federt im Normalmodus richtig angenehm ohne in irgendeiner Weise schwammig zu wirken. Hinzu kommen richtig feine Sitze, ein gediegenes, aber nicht geschwollenes Interieur und natürlich: jede Menge Überholprestige. Denn wenn ein 911 Turbo S mit seinem Voll-LED-Scheinwerfern im Rückspiegel auftaucht sollte man auf die rechte Spur wechseln. Denn wie heisst es so schön: Reisende soll man nicht aufhalten. Vor allem wohlhabende Reisende nicht, denn der 1605 kg schwere 911 Turbo kostet mindestens 224'200. Der Turbo S hingegen schlägt, nicht zuletzt wegen der serienmässigen Keramik-Bremsen mit mindestens 270'200 Franken zu Buche.

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