Die Liste der mit Erdgas (CNG) angetriebenen Autos wird immer länger. Nicht zuletzt auch deshalb, weil das Schweizer Tankstellennetz immer dichter wird. Mittlerweile kann man an über 140 Stationen Erdgas tanken. Doch wie Benzin oder Diesel ist auch Erdgas eine endende Ressource. Wieso also auf diesen Treibstoff umschwenken?

Dafür gibt es gute Gründe. Erstens haben Erdgasautos geringere Treibstoffkosten. Vor kurzem durchlief ein Audi A3 g-tron unseren Testbetrieb. Er verbrauchte auf 100 Kilometer 4,2 kg Erdgas. In Benzinbetrieb genehmigte er sich 6,5 l/100 km. Weil zum Zeitpunkt des Tests ein Liter Benzin genau gleich teuer war wie ein Kilogramm Erdgas, ist die Rechnung schnell gemacht. Aber auch beim Umweltschutz birgt Erdgas Vorteile. Wer sein Auto mit reinem Erdgas betreibt, emittiert gegenüber einem Benziner 25  % weniger CO 2 . In der Schweiz müssen mindestens 10% des CO2-neutralen Biogases beigemischt sein. Meist sind es sogar 20%, was einer Einsparung beim CO2 von 40% entspricht. Es gibt in der Schweiz sogar einige Tankstellen, die reines Biogas anbieten. Damit fährt man CO2-neutral.

Früher waren nur wenige Fahrzeuge mit Erdgasantrieb verfügbar – und sie waren nicht gerade als Temperamentsbolzen bekannt. Mit der Verbreitung von Direkteinspritzung und Turboaufladung hat sich das Bild gewandelt. Im täglichen Betrieb kann man keinen Unterschied zwischen Benzinern und Erdgasautos ausmachen. Ausser vielleicht bei der Reichweite: denn alle angebotenen Automodelle funktionieren auch mit Benzin und verfügen über einen entsprechenden Tank. Wem das Erdgas ausgeht, der bleibt also nicht stehen.

Audi bietet mit dem A3 g-tron derzeit ein Modell mit CNG-Antrieb an. Der kompakte Ingolstädter leistet 110 PS und kostet in der Schweiz mindestens 33’890 Franken. Den g-tron gibt es wahlweise als Handschalter oder mit dem automatischen Doppelkupplungsgetriebe.

Fiat bietet eine ganze Palette an Fahrzeugen für den Erdgasbetrieb an. Vom Panda über den Doblo oder den Qubo bis hin zum 500L oder dem Punto kann man bei Fiat aus einem breiten Spektrum wählen. Zum Konzern gehört auch Lancia, dort wird der Ypsilon als CNG-Fahrzeug angeboten. Der Fiat 500L zum Beispiel kostet ab 24’500 Franken. Bei Fiat gibts die Erdgasmotoren nur in Kombination mit einem manuellen Getriebe.

Auch die Marke mit dem Stern bietet zwei Modelle an. Die E-Klasse von Mercedes kostet als E200 Natural Gas Drive 64’700 Franken, die kompakte B-Klasse ist mit demselben Antrieb ab 44’200 Franken zu haben. Die neue E-Klasse ist auch mit Automatik zu haben.

Opel hat derzeit ebenfalls zwei CNG-Modelle im Angebot. Der Zafira Tourer mit 150 PS ist ab 34’600 Franken lieferbar, der kleinere Combo Tourer mit 120 PS ist ab 28’250 Franken erhältlich. Beide Fahrzeuge gibt es nur mit Handschaltung.

Ebenfalls ganz neu wie der Audi A3 g-tron ist auch der Seat Leon TGI, der mit dem Audi die technische Basis teilt. Er leistet entsprechend ebenfalls 110 PS und kostet mindestens 26’350 Franken. Im Gegensatz zum Audi gibts den Seat nur mit Handschaltung. Ergänzt wird das Angebot vom kleinen Mii EcoFuel. Der Kleinwagen mit Handschaltung und 68 PS kostet ab 15’050 Franken.

Baugleich wie der Mii ist auch der Skoda Citigo G-Tec, der ebenfalls 68 PS leistet und ab 18’230 Franken zu haben ist. Eine Nummer grösser ist der Skoda Octavia G-Tec, den es auch als Kombi gibt. Die Preise für den 110 PS leistenden Wagen, der ab Juni bei den Händlern stehen wird, wurden noch nicht bekannt gegeben.

Volkswagen hat eine riesige Palette an Erdgasautos, vom Eco Up! bis hin zum Passat-Kombi. Manche Fahrzeuge sind mit Automatik zu bekommen. Der Besteller Golf ist zum Beispiel ab 31’050 Franken zu haben.

Die Auswahl ist also gross und das Tankstellennetz in der Schweiz kann als flächendeckend bezeichnet werden. Aufpassen muss man bei Ferienreisen. Viele Länder, vorab im Süden, unterstützen die Erdgastechnologie nur sehr schwach oder gar nicht. Aber im schlimmsten Fall kann man ja im Benzinbetrieb ans Ferienziel fahren. Praktisch sind auch die Apps fürs Smartphone, die einfach zur nächsten Erdgastankstelle führen. Einige Fahrzeuge verfügen zudem über eine spezielle Funktion im Navigationssystem. Sobald sich der Erdgasvorrat zu Ende neigt, wird der Fahrer gefragt, ob er sich zur nächsten Erdgastankstelle lotsen lassen will.

Der Tankvorgang ist übrigens genauso einfach wie bei einem Benziner. Den Zapfhahn auf das Fahrzeugventil aufsetzen, einrasten, den Tankvorgang starten. Ist der Gastank voll, stellt die Anlage automatisch ab. Das Betanken eines CNG-Autos dauert je nach System etwas länger als bei einem Benziner oder Diesel.