Lange hat Citroën am robotisierten Schaltgetriebe festgehalten, um den Kunden eine kostengünstige Automatikversion ihrer Fahrzeuge bieten zu können. Doch dieses System, wie es auch aus dem ersten Smart bekannt ist, hat seine Nachteile. So zum Beispiel die Zugkraftunterbrechung beim Schaltvorgang. Denn im Grunde war diese Art der Kraftübertragung ein normales Schaltgetriebe, welches mit einer automatisch betätigten Kupplung ausgerüstet wurde. Doch Citroën musste nun aufrüsten, denn die Konkurrenz hat harmonisch schaltende Automatikgetriebe im Angebot. Bei der PSA-Gruppe, zu der auch Peugeot gehört, hat man sich für ein konventionelles Automatikgetriebe mit hydraulischem Wandler entschieden statt auf ein sehr teures Doppelkupplungsgetriebe zu setzen. Der japanische Hersteller Aisin liefert das Getriebe, welches an den neuen Dreizylinder-Turbobenziner mit 130 PS gekoppelt wird. Und wie immer bei neuen Modellen soll das Ganze natürlich umweltverträglich sein. Also relativ viel Leistung bei sehr wenig Verbrauch. Citroën schreibt 4,8 Liter pro 100 Kilometer in den Prospekt. Wir schreiben, es sind 6 Liter, allerdings haben wir den Franzosen auch oft im Stadtverkehr bewegt. Da hilft dann auch die serienmässige Stopp-Start-Automatik nicht mehr viel. Auch wenn die ganz hervorragend funktioniert. Oft ist es bei diesen Systemen so, dass wenn sie an eine Automatik gekoppelt sind, beim automatischen Anlassen ein Ruck durchs Auto geht, wenn Kraftschluss hergestellt wird. Beim C4 ist dies allerdings kaum spürbar. Gut gemacht. Etwas weniger Lob gibt es da für die doch sehr leichtgängige Lenkung.


Natürlich wurde der C4 auch optisch auf den neusten Stand gebracht. Eine neue Lichtsignatur zum Beispiel, also besonders liebevoll gestaltete Scheinwerfer und Heckleuchten. Und auch innen setzt man auf mehr Wertigkeit. Ob das nötig war, sei dahingestellt. Sicher ist, der C4 ist durchaus praktisch. In den Kofferraum des 433 cm langen Wagens zum Beispiel passen mindestens 408 Liter. Und auch die Sitze sind bequem, das Bediensystem sehr okay und die Übersicht dank den relativ grossen Fensterflächen wirklich gut. Das alles hat natürlich seinen Preis. Ein Basis-C4 mit 110 PS ist ab 16 200 Franken zu haben. Ganz schön günstig, da gibts viel Automobil fürs Geld. Aber, wenn man gerne eine etwas edlere Version fahren möchte, geht das ziemlich schnell ins Geld. Unser Testwagen mit dem Dreizylinder-Benziner und der Automatik kostet mindestens 30 000 Franken, ohne Abzug der aktuellen Boni, die sich fast täglich ändern. Dafür gibt es ein klassisches, nicht allzu grosses Alltagsauto, welches durchaus mit französischem Charme und guten Detaillösungen aufwartet. Und eben, einer richtig gut funktionierenden Automatik, die wohl bald auch in einigen anderen Modellen von Peugeot und Citroën zum Einsatz kommen wird. Und damit – über kurz oder lang – wohl das robotisierte Schaltgetriebe komplett verdrängt.