Opel unter Strom

Ein Blitz und ein Rad

Mit dem Corsa E und dem Grandland X Hybrid 4 läutet Opel das Elektrozeitalter ein

«Elektromobilität ist nichts Neues für uns», sagt Opel-CEO Michael Lohscheller bei der Weltpremiere des neuen Opel Corsa E und verweist auf das Markenlogo, das sich aus einem Blitz und einem Rad zusammensetzt.
Natürlich gibt es auch handfestere Indizien für die Erfahrungen der Marke mit elektrischen Autos. Seit 2017 ist der Ampera-e im Angebot. Knapp 400 Kilometer Reichweite für rund 52 000 Franken sind weiterhin ein gutes Versprechen. Sein Vorgänger, der Ampera war 2012 eine regelrechte Revolution. Mit rund 80 Kilometern E-Reichweite und einem Benzinmotor als Range-Extender machte er elektrisches Fahren erlebbar, ohne die viel zitierte Reichweitenangst aufkommen zu lassen.
So finden sich in der Opel-Geschichte immer wieder Beispiele für Experimente mit der E-Mobilität – bis hin zur ersten Studie von 1968.

Ab in die Grossserie
Nun möchte die Marke mit dem Blitz aber endgültig einen neuen Weg einschlagen. Autos mit elektrischem Antrieb sollen nicht mehr nur Studien oder «Leuchtturmmodelle» im Portfolio sein, sondern ein wichtiger und omnipräsenter Teil des Angebots. Jede Modellreihe soll unter Strom gesetzt werden. Entweder als Hybrid oder mit einer vollelektrischen Variante.
Den Auftakt zu dieser Offensive wird schon ab Anfang 2020 der Opel Grandland X Hybrid 4 machen. Mit einem 1,6-Liter-Turbobenziner und zwei E-Motoren kommt er auf stolze 300 PS Systemleistung sowie 450 Nm Drehmoment und Allradantrieb.
Das berechtigt ihn dazu, die bei Opel einst berühmte schwarze Haube zu tragen; eine Referenz an die GT/E-Sportmodelle aus der Vergangenheit.


Noch wichtiger als die Leistung ist aber selbstverständlich der Verbrauch: 1,6 l/100 km soll der Plug-in-Hybrid verbrauchen. 52 Kilometer soll der Crossover rein elektrisch zurücklegen können. Der Preis für das Technikpaket steht noch nicht fest; er dürfte bei 50 000 Franken liegen, was ein durchaus faires Angebot wäre. Denn: Der Preis ist für Opel ein entscheidender Faktor in der E-Mobilität. Das zeigt die Marke nicht zuletzt mit der zweiten grossen Neuheit, die im Frühjahr 2020 auf die Strasse rollen wird: dem Opel Corsa E.
Noch bevor Details zu den Varianten mit konventionellem Antrieb bekannt gegeben werden, zeigt Opel den neuen Kompaktwagen als reines E-Auto. Es verfügt über eine Batterie mit 50 Kilowattstunden Kapazität, was für eine Reichweite von 330 Kilometern gemäss WLTP-Messung reicht. Mit 136 PS und 260 Nm maximalem Drehmoment dürfte der Corsa E vor allem in der Stadt flott unterwegs sein; der Sprint auf 50 km/h soll in 2,8 Sekunden möglich sein.
Noch wichtiger als schnelles Sprinten ist schnelles Laden. Hierfür bietet der Kompakte einen CCS-Anschluss, über den er mit bis zu 100 kW Leistung aufnehmen kann.
80 Prozent Batterielandung, genug für rund 260 Kilometer Reichweite, stehen nach 30 Minuten auf der Anzeige. Apropos Anzeigen: Das Cockpit ist komplett digital, der grosse Navi-Screen (10 Zoll) bildet dabei das Zentrum des neuen Innenraums.
Um den Corsa der sechsten Generation weiterhin als praktischen, wendigen Kleinwagen zu positionieren, hat ihn Opel für die Neuauflage kaum wachsen lassen. Er wurde einen Hauch länger, dafür etwas schmaler.

Der Preis ist heiss
Für den Erfolg des elektrischen Corsa aber wirklich entscheidend ist der Preis. In Deutschland startet der Stromer bei 29 900 Euro, in der Schweiz darf man mit einem Einstiegspreis von unter 35 000 Franken rechnen. Das ist freilich ein Stück mehr, als der Kleine mit Verbrennungsmotor kosten wird. Doch, so verspricht CEO Michael Lohscheller, soll der Stromer kein «nacktes» Basismodell werden. Klimaanlage, schlüsselloser Zugang oder ein aktiver Spurhalteassistent gehören zur Serienausstattung. Auch die Schnellladefähigkeit ist dabei, sodass der Corsa E immer sein volles Alltagspotenzial zeigen kann.
Der Grundpreis ist aber nur die eine Seite der Medaille bei einem E-Auto. Rund 50 Prozent tiefer sollen die Betriebskosten ausfallen, da man nicht nur das Benzin spart, sondern auch bei der Wartung. Zudem profitiert man vielenorts von Steuervergünstigungen.
Der Corsa E kann bereits bestellt werden. Damit sei die Elektromobilität bei Opel «real und attraktiv», betont Lohscheller und blickt in die Zukunft. Mit dem Mokka X als reiner E-Version wird Opel einen kompakten SUV nachlegen. Er spielt in einem sehr beliebten Segment und soll ebenfalls mit einem interessanten Einstiegspreis locken. Für gewerbliche Kunden wird zudem der Vivaro unter Strom gesetzt.

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