e.Go Life

Strom für Jedermann

E-Autos sind eine Chance für Start-Up-Unternehmen. Diese will e.GO nutzen - und zeigt am Salon die Serienversion des Life.

„Ein Elektroauto zu bauen ist nicht schwierig“, sagt Prof. Dr Günther Schuh, Gründer und CEO von e.GO Mobile. „Ein bezahlbares E-Auto zu bauen, das ist schwierig“, fügt er hinzu. Genau diese Herausforderung hat der Ingenieur mit seinem Team in Angriff genommen. Resultat ist der e.Go Life, der schon diesen Frühling an die ersten Kunden ausgeliefert werden soll. Der kleine, zweitürige Viersitzer soll für zu Preisen ab 15 900 Euro ein vollwertiges Stadtauto sein, weswegen man eine Reichweite von 100 bis 145 Kilometer als ausreichend erachtet. Dafür ist der Stromer mit 3,35 Metern Länge und 1,70 Metern Breite sehr kompakt gebaut und mit 1150 kg Leergewicht ein vergleichsweise leicht. Wie bei einem Sportwagen treibt der hinten verbaute Motor die Hinterräder an, obwohl bei Kleinwagen eher Frontantrieb gebräuchlich ist. „Frontantrieb bei einem E-Auto macht keinen Sinn“, erklärt Schuh. „Denn der Vorteil eines Elektroantrieb liegt auch in der Beschleunigung aus dem Stand, die gerade in der Stadt für Spass sorgt. Die Kraft Vorderachse kann diese Kraft aber nicht auf die Strasse bringen.“
Neue Wege geht e.Go auch bei der Aussenhaut des kleinen E-Autos. Denn ein grosser Kostenfaktor bei der Produktion ist die Karosserie. Man benötigt ein Presswerk, um die Blechteile herzustellen und anschliessend ein Lackierwerk. Solch aufwendige Verfahren kosten Geld – was sich natürlich auf den Endpreis durchschlägt. Alleine für ein Presswerk wären Investitionen von 120 Millionen Euro nötig. E.Go schafft es aber, so Schuh, den Life für gesamthaft 37 Millionen serienreif zu entwickeln. Ein Schlüssel zum Erfolg ist die Karosserieverkleidung, die nicht aus Blech, sondern aus Thermoplast-Elementen gebaut wird – ähnlich wie bei einem Rollkoffer. Das Material ist nicht nur leicht und widerstandsfähig, eine unachtsam geöffnete Tür des Parkplatznachbarn kann ihr wenig anhaben, sondern kommt auch schon vom Zulieferer in der gewünschten Farbe. Die Teile sind komplett durchgefärbt und nicht nur lackiert, wodurch die Farbe obendrein besser zur Geltung kommt.

Prof. Dr. Günther Schuh

e.GO Life

Prof. Dr. Günther Schuh

Mit solch innovativen Ansätzen will es e.Go schaffen, schon 2019 mehr als 4000 Autos abzusetzen, was dem Unternehmen gute Zukunftschancen gäbe. Allerdings wird e.GO künftig auch auf einen grossen Partner setzen müssen, um weiter zu wachsen: Die E-Antriebe will man in Zukunft von VW beziehen.
Wann der e.Go Life in die Schweiz kommt, ist noch nicht bekannt. 

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