Eine stattliche Erscheinung ist er, imposant, der neue Insignia OPC, die ultimative Opel-Leistungsspitze also. Ein Blick in die Unterlagen bestätigt den ersten Eindruck: 4,90 Meter lang, 2 Meter breit. Das Heck ist massiv, muskulös. OPC, was so viel wie «Opel Performance Center» bedeutet, ist das «In-house-Tuning», und dieses vermittelt mit dem neuen Design geradezu demonstrativ einiges an Sportlichkeit: OPC-Stossfänger mit integrierten Auspuffblenden links und rechts, LED-Rückleuchten, OPC-Seitenschweller, 20-Zoll-Leichtmetallfelgen im OPC-Design, neue, scharf geschnittene AFL- und Bi-Xenon-Scheinwerfer, OPC-Frontstossfänger mit Nebelscheinwerfern in chromgefassten Einsätzen. Rein optisch verheisst das neue Gewand des OPC-Insignia schon mal so etwas wie Fahrfreude.

Und innen gehts gleich so weiter: Recaro-Sitze in tiefschwarzem Leder, das wirkt sportlich-elegant. Die Flanken sind stets bestens stabilisiert, auch wenn man einmal quer beschleunigen möchte. Extralange Einstellwege in Länge und Sitzhöhe, getrennt einstellbare Neigung von Sitzlehne und Sitzfläche sowie eine ausziehbare Oberschenkelauflage sorgen in jedem Fall dafür, dass man fröhlich entspannt fährt und auch so ankommt. Das leider etwas wülstig geratene Sportlenkrad ist ebenfalls mit schwarzem Leder bezogen. Und da unser Insignia mit einem Sechsgang-Automatikgetriebe ausgestattet war, gab es am Steuer auch die Schaltpaddels fürs manuelle Runter- und Hochschalten.


325 PS, 425 Nm Drehmoment, 2,8-Liter-V6-Turbo. Die geballte Kraft dieser Zahlen macht sich schon in den ersten Fahrmomenten bemerkbar. Auch schon ganz ohne, dass man noch das OPC-Knöpfchen drückt, welches sich ganz links, über dem mittig angebrachten Monitor befindet. Wehe, wenn es losgelassen: Das «Flex Ride»-Sportfahrwerk ruft in diesem OPC-Modus das gesamte Dynamikpotenzial ab. Dämpfer, Lenkung und Gaspedal werden noch schärfer, härter, schnittiger. Der Insignia wird zum ultimativ bösen Buben. Für den stimmigen Sound sorgt eine Remus-Hochleistungsabgasanlage. Und der OPC hält, was er verspricht: Jede Kurve nimmt er wie auf Schienen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Und wäre da nicht die Vernunft, man wäre mehr als gerne geneigt, das Potenzial, so ein kleines bisschen wenigstens, auszunutzen.

Selbstverständlich gibt es auch Infotainment an Bord, und zwar in Form eines 8-Zoll-Touchscreen; das Smartphone wird via Bluetooth integriert, so wie man das erwartet und auch schon kennt. Navi, Digitalradio, Musiklisten und gefühlte tausend Anwendungen mehr können via Berührung (man muss vielleicht ein wenig arg fest drücken) auf den Bildschirm aktiviert und abgerufen werden. Oder man bedient es via Touchpad, mit Lenkradfernbedienung, oder, wer deutlich spricht, versucht sich mit Sprachbefehlen. Dass so ein Geschoss dann und wann auch ein kleiner Schluckspecht ist, davon ist per se wohl auszugehen. In den Tagen, in denen wir den Benziner mit dem stärksten Opel mit 6-Stufen-Automatik fahren durften, hat er auf 100 Kilometer über 13 Liter Benzin verbraucht. Gemäss Hersteller benötigt er (gesamt) 10,7 Liter. Das ist: viel.

Und um die Zahlen noch zu vervollständigen: Der Insignia OPC Sports Tourer kostet, ohne Extras, 62’850 Franken. Was bedeutet, dass Recaro-Sitze, Seitenairbags, Driver Assistance Pack Park & Go, elektrische Heckklappe, digitales Radio, 20-Zoll-Leichtmetallfelgen als Aufpreis gelten und mit 6600 Franken zu Buche schlagen. Aber ob nun mit oder ohne Spezialwunsch: Der erneuerte Insignia OPC braucht sich nicht zu verstecken. Was ihm mit all diesen OPC-Anbauteilen auch schwerfällt...