Moderne Motoren brauchen moderne Motorenöle. Denn die neusten Triebwerke sind teils extremen thermischen Belastungen ausgesetzt. Insbesondere im Bereich der Ventilsteuerung und bei einem eventuellen Turbolader muss der Schmierstoff in Topform sein, um einen - im wahrsten Sinne des Wortes - reibungslosen Betrieb des Motors garantieren zu können. Wer irgendwo unterwegs bemerkt, dass der Ölstand zu niedrig ist, sieht sich selbst beim kleinsten Tankstellenshop einer Unzahl von Motorenölen gegenüber. Welches passt den nun für mein Triebwerk?

Am einfachsten hat es derjenige, der noch einen Ölwechselzettel am Schalt- oder Blinkerhebel baumeln hat. Ein kurzer Blick auf die Angaben und schon hat man den richtigen Saft gefunden. Wichtig ist, dass die Viskosität stimmt. Definiert werd sie von SAE, einem Institut in den USA, welches Prüfungen durchführt und Normen für Motorenöle festlegt. Motorenöle sind in SAE-Klassen eingeteilt, z.B. 0W, 10W, 15W, 20W, 20, 30, 40, 50. (hier gilt:  grössere Zahlen = zähflüssiger, kleinere Zahlen = dünnflüssiger.) Die Bezeichnung setzt sich immer aus zwei Zahlen und einem Buchstaben zusammen. Die erste Zahl zeigt, wie flüssig das Öl bei Kälte ist (W=Winter): Je niedriger der Wert, desto dünnflüssiger das Öl. Um so schneller verteilt es sich bei Kaltstarts im Motor und schützt ihn vor Verschleiss. Die zweite Zahl bezieht sich auf die Fliessfähigkeit bei Hitze. Auch hier gilt: je höher dieser Wert ist, desto stärker ist der Schmierfilm belastbar. Ein Motorenöl der Viskosität 0W50 ist also so ziemlich in jeder Klimazone dieser Welt einsetzbar. Bei modernen Motoren weit verbreitet ist derzeit die Viksosität 5W 30, sozusagen die Universalwaffe.

Einige Hersteller verlangen aber für die Erhaltung der Garantie, dass die eingesetzten Öle ihren eigenen Spezifikationen entsprechen. Diese Spezifikationen findet man - zusammen mit der entsprechenden Viskosität - in der Betriebsanleitung. Leider sind diese Spezifikationen auf den wunderbaren Flaschen nur sehr klein aufgedruckt - wer sucht der findet... Ein kleines Beispiel aus dem VW-Konzern: für Benzinmotoren mit Turbolader schreiben die Wolfsburger die hauseigene Spezifikation 503.01 vor. Wer diesen Code auf der Ölflasche findet, liegt richtig. Natürlich können die Anbieter der Motorenöle nicht alle Codes aller Hersteller auf die Gebinde drucken, deshalb: wenn die Viskosität stimmt, kann eigentlich nichts schiefgehen.

Ausser, man füllt zu viel Öl ein. Das Überfüllen kann zu einem Motorschaden führen. Also es nicht zu gut meinen - der Pegelstand sollte am Messstab zwischen der Minimum- und Maximum-Markierung liegen. Es muss also nicht immer aufs Maximum aufgefüllt werden. Auch ein Alarmsignal: wenn auf einmal grosse Mengen (über 1 Liter) nötig werden, um den Ölstand wieder in Ordnung zu bringen, dürfte ein grösseres Problem vorliegen. Drum, auf kürzestem Weg in die Werkstatt.