Spyker

Wie Phoenix aus der Asche

Spyker B6 Venator Concept

Spyker B6 Venator Concept

Wie oft war Spyker schon am Ende? Keine Ahnung. Im vergangenen Jahr haben die Holländer nicht nur sich selber versenkt, sondern auch gleich noch Saab, und da hatte man das Gefühl: das wars.

Doch dann kam wieder so eine erstaunliche Meldung, die wir hier aus rechtlichen Gründen im Originalwortlaut wiedergeben wollen: «The financial standing of Spyker N.V. is strong, thanks to the recent conversion of all shareholder debt into equity and a €10M share issue to Youngman. The result: in 2012, Spyker N.V. recorded a €125M profit, laying the foundation for brand’s global resurgence...» Das verstehe, wer kann und will, da haut einer finanziell so ziemlich alles platt, was nur geht, knallt ein Konkurs vom Feinsten hin – und steht am Schluss mit 125 Milliönchen Gewinn da. Dieses Rezept hätten wir auch gerne, dagegen sind Vasella und all die Boni-Banker absolute Anfänger.

Tatsache scheint: Spyker-Boss Victor R. Muller is back. Und mit ihm kommt der B6 Venator, den Muller auch gleich noch selber gezeichnet hat. In Genf stand er noch als Konzept (der B6; Muller stand auch da, aber mehr als Gesamtfinanzkunstwerk), doch 2014 soll die Produktion anlaufen. Und der B6 soll dann zu einem Preis ab etwa 125 000 Euro auf den Markt kommen, sprich: er tritt gegen Porsche 911 und Art-Verwandte an. Wenn man den Entwurf von Muller so sieht, muss man sowieso gleich an Porsche denken, eine Mischung aus 911, Panamera und 959 selig, wobei Muller von diesen drei Modellen aber nicht unbedingt «best of» verwendet hat. Ein bisserl Aston Martin macht auch noch mit, und davon haben wir so viele Deklinationen gesehen, dass es uns langsam reicht. Von der Katze lässt Spyker vorerst nur ein paar Haare aus dem Sack. Ein paar Infos gibt es, immerhin: Chassis aus Alu, Karosse aus Karbon, 2 Türen, ein V6-Mittelmotor mit mindestens 375 PS, Heckantrieb, geschaltet wird über eine 6-Gang-Automatik. 4,35 Meter lang ist der Venator, der Radstand beträgt 2,5 Meter, das Gewicht soll unter 1400 Kilo liegen. Venator heisst «Jäger» auf lateinisch, und überhaupt hat es Muller ja mit dem Lateinischen, seinen Wahlspruch «nulla tenaci invia est via» (was schlecht übersetzt heisst: für den Hartnäckigen ist kein Weg unpassierbar) bringt er überall an, wo er nur kann (in allen Autos - und zuletzt wohl auch auf dem Konkursamt). Wir haben den B6 genau angeschaut in Genf, und was uns gefallen hat, wie eigentlich schon immer bei Spyker: diese wunderbare Liebe zum Detail. Auch der B6 ist mehr ein Kunstwerk denn ein Automobil. Wir haben auch gefragt, V6, transverse mounted, was könnte das sein, denn die Kohle für eine eigene Motoren-Entwicklung hat Spyker ja wohl nicht, doch wir erhielten keine Antwort. Vielleicht noch Resten aus dem Saab- und damit General-Motors-Lager?

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