125-Jahre-Roche
Ein Stelldichein zum Jubiläum und eine spektakuläre Show

Mit viel Prominenz feierte der Pharmakonzern Roche im Museum Tinguely seinen 125-jährigen Geburtstag. Ein Highlight ist die Lichtshow am Roche-Turm.

Andreas Möckli
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Lichtshow zum Jubiläum der Roche in Basel.

Andreas Möckli

Der Top-Wirtschaftsanlass des Jahres ist normalerweise das World Economic Forum in Davos. Doch das konnte wegen der Pandemie dieses Jahr nicht stattfinden. Und somit erbte die Roche-Jubiläumsfeier in Basel wohl den ersten Platz des gewichtigsten Stelldichein der Wirtschaftselite.

Zahlreiche Grosskonzerne waren mit ihren Chefs oder Präsidenten vertreten. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass einige unter ihnen dem Verwaltungsrat von Roche angehören. Dazu gehört etwa Nestlé-Präsident Paul Bulcke. Mit dabei war auch sein Vorgänger Peter Brabeck, der vor Bulcke im obersten Gremium des Pharmakonzerns sass.

Roche-Präsident Christoph Franz begrüsste auf der Bühne die Feiernden in Basel.

Roche-Präsident Christoph Franz begrüsste auf der Bühne die Feiernden in Basel.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

Doch selbstverständlich ist ein Sitz im Verwaltungsrat von Roche kein zwingendes Kriterium für die Gästeliste. Gesichtet wurden auch die Präsidenten der beiden Grossbanken. Axel Weber vertrat die UBS, die Konkurrentin Credit Suisse entsandte António Horta-Osório. Der Wirtschaftsverband Economiesuisse wurde durch Präsident Christoph Mäder und Geschäftsführerin Monika Rühl vertreten.

Naheliegend war der Ehrengast: Gesundheitsminister Alain Berset. Flankiert wurde er von Anne Lévy, Direktorin des Bundesamts für Gesundheit. Die Basler Regierung war in corpore vertreten, angeführt von Präsident Beat Jans. Der Nachbarkanton liess sich durch Regierungspräsident Thomas Weber und Kollege Anton Lauber vertreten.

Von der nationalen Politik war etwa SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi geladen. Parteikollege, Unternehmer und Ex-Roche-Verwaltungsrat Walter Frey durfte dabei natürlich nicht fehlen.

Champagner und sanfte Hintergrundklänge

Als Kulisse der Feier diente das Museum Tinguely, das der Pharmakonzern der Stadt zu seinem 100-Jährigen schenkte. Das Wetter wie bestellt, zum Apéro reichlich Champagner und sanfte Hintergrundklänge trugen zur heiteren Stimmung bei. Das bestens gelaunte Roche-Familienoberhaupt André Hoffmann überliess – wie es sich gehört – die Bühne dem Verwaltungsratspräsidenten Christoph Franz.

Roche-Verwaltungrat André Hoffmann.

Roche-Verwaltungrat André Hoffmann.

Georgios Kefalas / Keystone

Mit an der Feier dabei war die fünfte und sechste Generation der Familie des Firmengründers Fritz Hoffmann. Verwaltungsrat Jörg Duschmalé, Vertreter der Oeris im Gremium, kam zusammen mit seiner Frau und dem neugeborenen Kind.

Noch vor dem Eintreffen der Prominenten äusserten sich Roche-Chef Severin Schwan und Präsident Christoph Franz an einem Medienanlass zur Vergangenheit und Zukunft der Firma. Schwan zeigte sich stolz, diese Woche das Jubiläum zusammen mit der Belegschaft zu feiern. Nach dem obligatem Bekenntnis zur Schweiz und zu Basel widmete er sich ausführlich zwei Themen, die ihm Sorge bereiten. Neben seiner bereits bekannten Kritik an der viel zu langsamen Digitalisierung des Schweizer Gesundheitswesens ging er auf das Verhältnis zu Europa ein. Dem Österreicher liegt schwer auf dem Magen, dass die Schweiz nach den gescheiterten Verhandlungen über das Rahmenabkommen beim Forschungsprogramm Horizon schlechter gestellt ist. Damit können sich etwa Forschende bei der EU nicht mehr für wichtige Einzelprojekte bewerben.

Roche projizierte am Dienstagabend diverse Bilder auf einen ihrer Türme.
6 Bilder
Anlass war die Feier zum 125-jährigen Jubiläum des Pharmakonzerns.
Vom Rheinufer aus wurde das Sepktakel beobachtet.
Gefeiert wurde schon zuvor im Museum Tinguely mit viel Prominenz.

Roche projizierte am Dienstagabend diverse Bilder auf einen ihrer Türme.

Georgios Kefalas / KEYSTONE

Gemeinsamer Effort nötig

Schwan warnte vor allem davor, dass Forschende aus der Schweiz in diesen Projekten keine Leitungsfunktionen mehr übernehmen dürfen. Die Wissenschaftler kämen längst nicht nur wegen des Geldes in die Schweiz. «Die Besten unter ihnen möchten diese Projekte leiten und nicht nur als Anhängsel mitmachen.» Dies habe auch viel mit Prestige zu tun. «Wir dürfen bei der Forschung nicht den Anschluss verlieren», sagte Schwan weiter.

Obwohl die diversen Player wie Bundesrat, Parlament, Industrie oder Unis das Problem erkannt hätten, sei nun ein Effort nötig, um den Anschluss an das Forschungsprogramm wieder zu schaffen. Schwan erinnerte daran, dass über die Hälfte aller Roche-Forscher in Basel aus dem Ausland kämen, vor allem aus Europa.

Roche passt den Ablauf der Lichtshow an

Der Basler Pharmakonzern passt den Ablauf der Lichtprojektion auf den Roche-Turm für den Mittwochabend leicht an. Das Unternehmen reagiere damit auf internes Feedback und Rückmeldungen von Besuchern, sagt ein Sprecher. Das Programm sieht nun wie folgt aus:

20:00: Moments I - Fotos aus der Bevölkerung
20:20: Humanity by Fachhochschule Nordwestschweiz
20:40: Roche Celebrate Life Show
20:55: Moments II - Fotos aus der Bevölkerung
22:00: Ende der Show

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