Ab 2. Juli
TNW-Nachtnetz wird wieder in Betrieb genommen

Alte Normalität mit frischem Wind: ab dem 2. Juli verkehren wieder Nacht-Trams und -Busse. In der Region Basel ist man darauf vorbereitet.

Maximilian Karl Fankhauser
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Ab dem 2. Juli wird das Theater wieder zur Sammelhaltestelle der Nachtbusse.

Ab dem 2. Juli wird das Theater wieder zur Sammelhaltestelle der Nachtbusse.

Archivbild: Zvg

Der Sommer steht vor der Tür, die Fussball-EM auch. Ein gutes Essen und eine Flasche Wein kann in den Restaurants wieder innen wie aussen genossen werden und auch auf den dazugehörigen Absacker bei Gilles in der Rio Bar am Barfi muss nicht mehr verzichtet werden. Die Leute kommen wieder «use us ihre Löcher», findet auch BLT-Direktor Andreas Büttiker. Was bis jetzt noch fehlte: Die sichere Heimfahrt mit dem öffentlichen Verkehrsmittel des Vertrauens zu fortgeschrittener Stunde. Unbekannt ist dieser Zustand in Zeiten mit Corona aber nicht, wurde Ende März 2020 das ÖV-Angebot inklusive Nachtnetz aufgrund des ersten Lockdowns stark reduziert. Das Nachtnetz wurde ab dem 3. Juli 2020 Stückweise wieder hochgefahren. Ab dem Wochenende des 6./7. November 2020 wurde die Sperrstunde für die ÖV wieder eingeführt.

Doch das wird sich auch wieder ändern, wie die SBB bereits verkündeten. Was bedeutet das für die Region? Gehen wir die Sachlage für einmal in Bildsprache an: Wir haben einen BAG-konformen Chor, bestehend aus der BVB, der BLT, der Autobus AG und dem TNW. Dirigiert wird dieser von der Postauto AG, das gesungene Stück entstammt aus der Feder der SBB. Das Stück, nennen wir es «Alte Normalität mit frischem Wind», hat eine klare Aussage. Ab dem 2. Juli 2021 wird auch in der Region Nordwestschweiz das Nachtnetz wieder in Betrieb genommen.

Die Pläne liegen in der Schublade bereit

Die Marschroute für den vollen Betrieb steht also. «Wir haben uns auf diesen Moment schon länger vorbereitet, denn uns war bewusst, dass wir bereit sein müssen, wenn diese Wiederaufnahme kommt», sagt Sonja Körkel, Mediensprecherin der Basler Verkehrsbetriebe (BVB). Die Dienstpläne lägen bereit, die BVB müsse nur für die Tramlinien 6 und 14 das Personal stellen. Die drei Nachtbuskurse würden wiederum von den Margarethen Bus AG übernommen werden. «Und die Fahrpläne bleiben ja die gleichen wie zuvor.» Wichtig sei in dieser Zeit vor allem der enge Kontakt mit der federführenden Postauto AG gewesen, deren Informationsfluss sehr gut war.

Auch aus den Reihen der Autobus AG (AAGL) tönt es ähnlich. Mediensprecher Simon Dürrenberger meint: «Wir haben die Pläne bereits geschrieben, das Personal ist instruiert.» Die Wiederaufnahme sieht er als problemlos an und hebt die gute Zusammenarbeit mit der Postauto AG auch hervor.

Adrian Brodbeck, Geschäftsführer des Tarifverbundes Nordwestschweiz (TNW) sieht den grossen Pluspunkt in der gemeinsamen Wiederaufnahme des Betriebs.

«Es war von Beginn weg klar, dass es nur funktioniert, wenn alle gleichzeitig wieder hochfahren. Ein gestaffelter Restart hätte nur für Verwirrung gesorgt.»

Eine Frage, die ihm in letzter Zeit oft gestellt wurde, war, wieso der Nachtbetrieb nicht Zeitgleich mit der Auflösung der ÖV-Sperrstunde hochgefahren wurde. «Hierbei muss man bedenken, dass es bei den öffentlichen Verkehrsmitteln immer einer anspruchsvollen betrieblichen Planung bedarf.»

500 neue Pick-E-Bikes ab Mitte Juli

Auch bei der Baselland Transport AG (BLT) ist man sehr erfreut ob der Neuerungen. Wobei nicht unbedingt von Neuerungen gesprochen werden kann. «Es ist vielmehr eine alte Normalität mit frischem Wind», sagt BLT-Direktor Andreas Büttiker. Er ist somit auch Namensgeber des Eingangs erwähnten Chor-Stücks.

Betrieblich sei die Wiederöffnung ein kleiner Sprung. Das Nachtnetz mache nur einen geringen Prozentsatz der Fahrgäste aus. «Sie müssen sich vorstellen, vor einem Monat hatten wir noch einen Einbruch von 30 Prozent bei den Fahrgästen. Jetzt geht es wieder kontinuierlich aufwärts.» Mittlerweile belaufe sich dieser noch auf gut 20 Prozent.

Büttiker hofft, dass mit dem Anstieg der Freizeitveranstaltungen die Nachfrage nach dem ÖV angekurbelt wird. «Denn, wer mit dem Nachtnetz nach Hause fährt, muss ja auch mit dem ÖV in die Stadt.» Und die BLT stockt weiter auf: «Ab Mitte Juli gibt es rund 500 nigelnagelneue E-Bikes von Pick-E-Bike in der Region.»