Die Plakate für die Baumesse, die ebenfalls im Kongresszentrum der Messe Basel stattfindet, sind zwar grösser und auffälliger. Doch ist man erst einmal im zweiten Stock angelangt, wird schnell klar, wieso die Basler Münzenmesse die grösste und bedeutendste des Landes ist. Die nebeneinanderliegenden Säle Sydney und Singapore sind zusammengeschlossen und mit Aussteller-Tischen komplett ausgefüllt. Eine Handvoll Anbieter, für die innen kein Platz mehr war, hat ihre Tische vor den Eingängen aufgebaut.

90 Aussteller

In und vor den Sälen herrscht ein emsiges Treiben. Wenn an den Tischen der insgesamt 90 Aussteller nicht gerade historische Münzen, Banknoten und Wertpapiere begutachtet werden und den Besitzer wechseln, wird gefachsimpelt. Die hohe numismatische Kompetenz ist an allen Ecken und Enden spürbar.

Die Münzanbieter machen den Grossteil der Stände aus. Daneben sind auch ein paar Zubehörhändler präsent, beispielsweise Julia Krawinkel vom Ein-Frau-Betrieb «Safe» aus Au SG. «Geld verdient man hier nicht», sagt sie und nennt den Versandhandel als Haupteinnahmequelle. Dennoch ist sie jedes Jahr an der Basler Münzenmesse anzutreffen, um persönliche Kontakte mit Kunden und Händlern zu pflegen: «Basel und Zürich sind eben die Klassiker unter den nationalen Messen.»

Junge sammeln vermehrt

Ebenfalls ein wenig aus dem Rahmen fällt Björn Schöpe, der für die in Lörrach beheimatete Online-Zeitung «Münzenwoche» die Werbetrommel rührt – trotz 3000 Abonnenten und 15000 Lesern pro Monat: «Die meisten Besucher kennen uns. Dennoch gibt es immer wieder Numismatiker, die noch nicht auf uns aufmerksam geworden sind – meist ältere Menschen, die kein Internet haben.» Das Vorurteil, junge Menschen würden sich nicht für Numismatik begeistern, wird während der beiden Tage in Basel nicht bestätigt. Denn Eltern mit Kindern sowie junge Erwachsene gehören ebenso zum Gesamtbild wie die älteren Generationen. «Zu meiner Überraschung gibt es eine Trendwende. Junge Leute beginnen sich wieder vermehrt für Münzen zu interessieren», freut sich Albert M. Beck, der die Internationale Münzenmesse Basel 1972 ins Leben gerufen hat.

«Wäre die Schweiz in der EU, wären wir heute grösser als die Schmuckmesse»

Im Laufe der Jahre wurde daraus die Europa Münzenmesse Basel (1988 bis 1998) und die World Money Fair Basel (1999 bis 2005), ehe die World Money Fair 2006 aus Zollgründen nach Berlin ziehen musste. Der Aufwand für ausländische Anbieter war wegen des Schengen-Abkommens zu gross geworden. «Wäre die Schweiz in der EU, wären wir heute grösser als die Schmuckmesse», ist Beck überzeugt. Der World-Money-Fair-Ehrenpräsident betont, dass man nicht gern aus Basel weggegangen sei, «denn wir hatten stets gute Unterstützung durch die Regierung.»

Zwei Wochen vor der World Money Fair in Berlin zeigt sich Albert M. Beck zufrieden mit der 41.Ausgabe des «kleinen Bruders» aus Basel: «Es war eine der besseren Messen. Der internationale Besuch war von sehr hoher Qualität, und die angebotene Ware sehr gut.» Käufer aus China, Russland oder Polen waren bereits am frühen Samstagmorgen gekommen und hatten die alten Münzen ihres jeweiligen Landes teilweise für ein Vielfaches ihres Werts «zurückgekauft». Während die meisten Aussteller aus der Schweiz kommen, verhält es sich bei den Besuchern genau umgekehrt. Albert M. Beck schätzt, dass rund zwei Drittel der Gäste aus dem Ausland – insbesondere aus dem Elsass – gekommen sind und nennt die Gründe: «Zum einen harzt die numismatische Szene in der Schweiz, und zum anderen ist Basel keine Sammlerstadt.»