Arena Cinemas
Neues Kino im Stücki Park will mit der Konkurrenz aus Deutschland mithalten

Die seit Herbst 2020 fertiggestellten Kinosäle eröffnen im Stücki Park mit 14 Sälen. Die Ticketpreise überraschen.

Andreas W. Schmid
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So manch einer der geladenen Medienvertreter dürfte sich im falschen Film gewähnt haben, als er das neue Megaplex-Kino im Stücki Park testen durfte, das morgen Freitag seine Pforten öffnet. Denn während des Trailers zu «Fast & Furious» ruckelte und zuckelte es in den Sitzen. Das war so gewollt – im vierdimensionalen Kinosaal soll das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes am eigenen Leib erfahren, was die Actionhelden durchmachen.

Bei Kindervorstellungen werden Seifenblasen durch den Saal schweben. In einem anderen der insgesamt 14 Kinosäle, die zu den Arena Cinemas gehören, werden die Filme nicht nur auf der Leinwand, sondern auch an den Seitenwänden gezeigt. Und im grössten Saal mit 447 Plätzen fühlt man sich fast wie im Mailänder San-Siro-Stadion, so steil führen die Treppen nach unten.

Zehn Franken für Erwachsene, acht für Kinder

Um genügend Kinopublikum in den Stücki Park zu locken, haben sich die Betreiber der Arena Cinemas also etwas einfallen lassen und in modernste Technologien investiert. Vor allem aber halten sie die Eintrittspreise bemerkenswert tief: Zehn Franken für Erwachsene und acht Franken für Kinder kostet ein Ticket. Dies, um mit den Mitbewerbern im grenznahen Ausland konkurrieren zu können, denn dort ist ein Eintritt viel günstiger als in den Kinos in der Basler Innenstadt.

Patrick Tavoli, CEO der Arena Cinemas, schielt aber nicht in erster Line auf die Kinofans aus dem nahen Ausland, sondern auf das Basler Publikum:

«Wir wollen, dass sie zu uns kommen, statt über die Grenze zu fahren.» Die tiefen Preise seien ein starkes Argument,

sagt Tavoli, der sicher ist, dass die Rechnung aufgehen wird. In den ersten beiden Jahren kalkuliert er mit 300'000 Besucherinnen und Besuchern im Jahr oder 820 pro Tag.

Angesicht der schwierigen Vergangenheit des Stücki-Komplexes mutet das Projekt auf den ersten Blick mutig an, erst recht, wenn man weiss, dass sich die Umbaukosten auf 30 bis 35 Millionen Franken belaufen. Doch die Arena Cinemas verfügen über ein grosses Know-how, was solche Kinokomplexe anbelangt: Das Unternehmen betreibt in der Schweiz mehrere Multiplex-Kinos mit insgesamt 67 Sälen; in Genf ist der Standort ebenfalls nur einen Katzensprung von der Grenze entfernt.

Billard, Darts, Töggelikasten

Zum bewährten Muster gehört, dass die Einnahmen aus den Eintritten, der Kinowerbung sowie dem Cateringbereich generiert werden. Aber auch das angrenzende Bowlingcenter sowie der Spielbereich mit Billard, Darts, Töggelikasten und einigem mehr sollen die Baslerinnen und Basler nach Kleinhüningen in den Stücki Park locken.

Dass die Zuschauerzahlen in Schweizer Kinos seit längerem zurückgehen, vermag den Optimismus der Kinobetreiber nicht zu vermindern. «Antizyklisches Verhalten gehört zu unserer DNA», sagt Inhaber und Kinokönig Edouard A. Stöckli. Eigentlich hätte das Megaplex-Kino bereits im vergangenen Herbst aufgehen sollen, doch die Corona-Epidemie erwies sich als Spielverderberin. Nun ist es am Freitag so weit – ausgerechnet, wenn die halbe Schweiz vor dem Fernseher sitzt und mit der Fussballnati gegen Spanien mitfiebert; den wenigsten steht dann der Sinn nach Kino.

Patrick Tavoli stört dies nicht, im Gegenteil. «Das gibt uns die Möglichkeit, nochmals an den Abläufen zu feilen und sie zu verbessern.» Spätestens, wenn in zwei Wochen der Blockbuster «Fast & Furious 9» anläuft, rechnet Tavoli mit vollen Sälen.

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