Die Spitalliste tritt mit der neuen Spitalfinanzierung am 1. Januar 2012 in Kraft. Auf der Basis der Behandlungsstatistik von 2009 und 2010 erarbeitet, löst sie die bisherige gemeinsame Spitalliste von Basel-Stadt und Baselland ab. Mit der neuen Spitalfinanzierung will der Bund den Wettbewerb in der Gesundheitsversorgung fördern.

Auf der neuen Spitalliste stehen im Landkanton drei Öffentliche Spitäler (Kantonsspital BL mit drei Standorten, Uni-Kinderspital beider Basel und kantonale Psychiatrie) sowie acht Privatspitäler (Ergolz, Rennbahn, Birshof, Vista, Lukas, Ita Wegman, Hospiz im Park und ESTA) und drei Geburtshäuser (IWK, ambra und Tagmond).

Neu mit Barmelweid

Gemäss Mitteilung der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion wurde das innerkantonale Angebot dann als genügend betrachtet, wenn über 90 Prozent der Behandlungen einer Kategorie im Baselbiet erfolgten. Leistungsaufträge an ausserkantonale Spitäler wurden nur erteilt, wo dies nicht der Fall war.

Zum Zug kamen in Basel-Stadt Universitätsspital, Merian Iselin, Bethesda, St.Clara, REHAB, Chrischona, Uni-Psychiatrie und die Sonnenhalde. Im Aargau sind es REHA Rheinfelden und Barmelweid, ferner die Solothurner Spitäler und Le Noirmont im Jura. Neu auf der Liste ist dabei die Barmelweid, wie Kantonsarzt Dominik Schorr auf Anfrage sagte.

Abgelehnt wurden rund ein halbes Dutzend, die die Kriterien nicht erfüllt hätten. Darunter sind etwa die Basler Schmerzklinik Kirschgarten, die bisher einen «impliziten Auftrag» gehabt habe, Salina Rheinfelden oder die Kindertagesklinik KTK Liestal. Laut Schorr wären auch die Unispitäler Bern und Zürich gerne auf der Liste.

Mehr USB-Leistungen gelistet

Zum Leistungsauftrag für das Universitätsspital Basel (USB) wird festgehalten, dass wegen der neuen Regeln «zahlreiche Bereiche» wie etwa Neurologie oder Dermatologie, für die man bisher individuell Konstengutsprachen einholen musste, neu einer vollen Leistungspflicht des Kantons unterstellt seien. Laut Schorr verdoppelt dies wohl die Anzahl voll vom Baselbiet versicherter eigener USB-Patienten.

Eine Kontroverse über das USB auf der Baselbieter Spitalliste erklärte Schorr mit einem Missverständnis: Die alte Spitalliste sei ein ungenauer Rahmen gewesen, den jeweils ein Spitalvertrag im Detail ausgeführt habe. Die neue Spitalliste sei wesentlich detaillierter; Liste mit Liste zu vergleichen mache so keinen Sinn.

Die Bedarfsplanung basiert auf den Versorgungsberichten, welche die Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn 2010 gemeinsam erarbeitet hatten. Eine gemeinsame Spitalliste ist indes gescheitert.

Erfolgte die Planung bei der bisherigen Spitalliste über die Bettenkapazitäten, stehen nun die medizinischen Leistungen im Vordergrund. Ab 2012 müssen öffentliche und private Spitäler, die auf der Spitalliste stehen, mit leistungsbezogenen Fallpauschalen entschädigt werden. Das Baselbiet trägt dabei wie der Stadtkanton 55 Prozent der Fallkosten, 45 Prozent übernehmen die Krankenkassen.