Basel
Ausländer schuften für Swiss Indoors Basel zu Dumpinglöhnen

Beim Tennisturnier Swiss Indoors Basel besteht der Verdacht auf Lohndumping. Vor der Austragung 2010 entdeckten Kontrolleure, dass 15 Ungaren nur 10,35 Franken pro Stunde erhielten. Auch deutsche Mitarbeiter waren zu Dumpinglöhnen angestellt.

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In der Kritik:

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Keystone

Das zeigen die Recherchen der Zeitung «Der Sonntag». «Es wurden massiv nicht orts- und branchenübliche Löhne festgestellt», sagte Unia-Sekretär und SP-Landrat Andreas Giger. Sie waren mit dem Aufbau von Inneneinrichtungen beschäftigt.
Swiss Indoors war allerdings nicht der direkte Verantwortliche für die Verstösse, sondern ein Geflecht von Auftragnehmern und Subunternehmen. Weil sich alle Arbeiter als Selbständige bezeichneten, konnten die Behörden kein Verfahren eröffnen. Denn gegen Scheinselbständige gibt es bis heute keine Sanktionsmöglichkeit.

Fall kommt ins Baselbieter Parlament

Mit den Vorwürfen konfrontiert, liessen die Swiss Indoors über ein Zürcher Anwaltsbüro ausrichten, sie ständen «in keinerlei vertraglicher Beziehung zu den angeschuldigten Subunternehmen». Die Verletzung arbeitsrechtlicher Standards werde nicht toleriert. «Die Swiss Indoors verpflichten die Unternehmer in den Verträgen zur Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften.»

Zudem würden die Unternehmen vor Turnierbeginn nochmals in einem Brief explizit auf diese Vorschriften aufmerksam gemacht. «Bei Verletzungen stehen den Swiss Indoors die üblichen vertraglichen Sanktionsmöglichkeiten zur Verfügung.»
Der Fall beschäftigt nun das Baselbieter Parlament. SVP-Landrat Thüring will vom Regierungsrat wissen, ob er bei den Swiss-Indoors-Verantwortlichen interventiert, «damit es künftig zu keinen solchen Verstössen mehr kommt». (az/pi)