Bässlergut
70 Asylsuchende mit Corona angesteckt: Einige schlafen lieber draussen als im Basler Asylzentrum

Eine gemeinnützige Organisation sagt, Asylbewerbende mit positivem Testresultat würden in denselben Räumen schlafen wie Nichtinfizierte. Der Bund streitet dies ab: Die Versorgung der Menschen sei gewährleistet.

Silvana Schreier
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Rund 150 Personen leben im Bundesasylzentrum Bässlergut. 70 davon sollen sich mittlerweile mit Corona angesteckt haben.

Rund 150 Personen leben im Bundesasylzentrum Bässlergut. 70 davon sollen sich mittlerweile mit Corona angesteckt haben.

Nicole Nars-Zimmer

Im Bundesasylzentrum Bässlergut in Basel haben sich vergangene Woche mehrere Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Personen wurden am Montag erneut getestet, wie das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt mitteilt. 17 weitere Asylbewerbende erhielten ein positives Testresultat.

Zusammen mit den drei Ansteckungen, die während des Wochenendes festgestellt wurden, und den 50 bereits am vergangenen Freitag bekannt gegebenen Infektionen sind es laut der Mitteilung aktuell insgesamt 70 Fälle unter den Bewohnenden. Eine Person musste ins Spital gebracht werden, die übrigen Angesteckten würden keine Symptome zeigen. Am nächsten Freitag sollen wiederum sämtliche Asylbewerbende getestet werden.

Asylsuchende schlafen draussen

Die Gruppierung Rota, eine migrantische Selbstorganisation, berichtet in den sozialen Medien, dass Infizierte in den gleichen Zimmern wie die übrigen Personen untergebracht seien. Darum hätten sich einige Asylbewerbende dazu entschieden, draussen zu schlafen.

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) bestreitet auf Anfrage, dass keine Trennung zwischen positiv getesteten und den übrigen Personen herrscht. «Wir halten fest, dass positiv getestete Personen separiert in Isolation sind. Negativ getestete Kontaktpersonen sind davon getrennt in Quarantäne untergebracht», schreibt Sprecher Lukas Rieder.

Es habe aber einzelne Asylsuchende gegeben, «die sich der angeordneten Isolation und Quarantäne entzogen und unerlaubt und unkontrolliert das Gelände verlassen haben», so das SEM weiter. Dabei sei die Unterbringung und Versorgung der Asylsuchenden sichergestellt. Zudem sei das medizinische Personal im Bässlergut kurzfristig verstärkt worden.

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