Grosser Rat
Bandräume unter dem Kuppelneubau: Hat Basel bald zu viele Probekeller?

Der Grosse Rat genehmigt 1,7 Millionen Franken für Bandräume unter dem Kuppelneubau – schon wieder. Der Stiftungsrat der Stiftung Kuppel und der RFV freuen sich darüber.

Stefan Strittmatter
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Visualisierung von «Volume 2» des Büros Vécsey Schmidt.

Visualisierung von «Volume 2» des Büros Vécsey Schmidt.

bz

Was lange währt, wird endlich gut? Die Pläne für den Neubau der Kuppel reichen ins vorletzte Jahrzehnt zurück. Mittler­weile ist eine Generation von Konzert- und Partygängern herangewachsen, die den Rundbau im Nachtigallenwäldeli nie betreten hat.

Lange vor dem mehrfach herausgezögerten Aus des alten Provisoriums, das 1993 bis 2016 einen Ort für Livemusik und Partys bot, war eine Kuppel 2.0 angedacht. Seit Oktober 2019 steht fest, dass der Nachfolgebau mit dem sperrigen Namen «Volume 2 Konzertclub Neue Kuppel Basel» des Basler Duos Vécsey Schmidt Architekten GmbH das entstandene Loch stopfen wird.

Wobei es durchaus auch Stimmen gibt, die angesichts der Verlagerung der Szene an andere Spielorte die Notwendigkeit einer neuen Kuppel grundsätzlich infrage stellen.

Ein Argument, mit dem die 2016 gegründete Stiftung Kuppel für einen Neubau warb, sind die unterirdischen Probekeller, die man den Plänen verpasst hat. Im zweiten Untergeschoss von «Volume 2» sollen acht Proberäume für jeweils zwei Formationen entstehen.

Vergabe der Räume per Ausschreibung

Dass der Grosse Rat gestern einen Betrag von 1,7 Millionen Franken für die Errichtung der Bandproberäume im Kuppel-­Neubau mit 84 zu 1 Stimmen ­genehmigt hat, ist keine grosse Überraschung. Zumal das Geschäft schon zweimal – 2011 und 2016 – abgesegnet wurde. Im Mai 2019 verfiel die letzte Bewilligung.

Sebastian Kölliker, Stiftungsrat der Stiftung Kuppel, freut sich auch über den geglückten dritten Anlauf: «Das Projekt Neue Kuppel Basel ist auf gutem Weg», sagt er. Man werde am kommenden Mittwoch über den weiteren Stand der Dinge informieren. Wann und zu welchen Mietpreisen die Proberäume mit Flächen zwischen 17 und 32 Quadratmetern bezugsbereit seien, stehe derzeit noch nicht definitiv fest, so Kölliker. Für die Vergabe via Ausschreibung werde der RFV zuständig sein.

Auch beim RFV, der sich seit seiner Gründung für die Schaffung von Proberäumen bemüht, zeigt man sich froh: «Wir freuen uns, dass der Kuppel-­Neubau nun in greifbare Nähe rückt», sagt Geschäftsleiter Alain Schnetz. Es sei wichtig, dass der lokalen Musikszene zahlbare Räume zur Verfügung stünden, welche die Ansprüche professioneller Musikschaffenden erfüllten.

Hoffnung auf mehr Beachtung für die Akkustik

Etwas verstimmter klingt Maurits de Wjis. Dessen Verein Lucubra betreut die von Immobilen Basel bereitgestellten Proberäume im Lysbüchel: Das Angebot unter der neuen Kuppel stelle eine klare Konkurrenz dar zu den elf Räumen, die er seit Anfang dieses Jahres vermietet.

Dabei stört sich de Wjis vorrangig daran, dass die Stiftung Kuppel 1,7 Millionen Franken bekomme, während sich sein Verein mit einem neben der ­monatlichen Miete zurückzubezahlenden Darlehen habe begnügen müssen.

Interessant ist der investierte Geldbetrag, der in der Kuppel rund zehn Mal höher ist. Das lässt hoffen, dass die Akustik mehr Beachtung findet. Anders als im Lysbüchel, wo sich der ­Verein Lucubra derzeit mit Immobilen BS wegen der unzureichenden Dämpfung der Räume in den Haaren liegt (die bz berichtete), ist beim Kuppel-Neubau die «völlige Schalldämmung zwischen den Räumen» in den Bedingungen klar festgehalten.

Dass es nun zu einem Überangebot komme, sei nicht zu ­erwarten, so Alain Schnetz vom RFV: «Es braucht all diese Räume dringend!»