Bartenheim
Wasserski und Stand-up-Paddling auf Baggersee: Im Elsass soll ein Freizeitpark eröffnen

Bisher wurde im elsässischen Bartenheim Kies abgebaut. Jetzt soll das Gebiet zum Wasserpark für Kinder und Familien werden.

Peter Schenk
Drucken
Teilen
Bei vergleichbaren Anlagen in Frankreich wurde ein Kabel über den See gespannt und das Wasserskilaufen erfolgt mit elektrischem Antrieb. (Symbolbild)

Bei vergleichbaren Anlagen in Frankreich wurde ein Kabel über den See gespannt und das Wasserskilaufen erfolgt mit elektrischem Antrieb. (Symbolbild)

Getty Images/500px Plus

Knapp 15 Kilometer nördlich von Basel entsteht im elsässischen Dorf Bartenheim in einer still gelegten Kiesgrube ein Freizeitpark. Ab April nächsten Jahres sollen hier Wasserskiaktivitäten, Stand-up-Paddeln und ein Aquapark für Kinder geboten werden, berichtet die elsässische Tageszeitung «Dernières Nouvelles d’Alsace». Ausserdem ist ein Naturlehrpfad geplant.

Das Dorfparlament von Bartenheim sprach sich mit einer Enthaltung dafür aus, das Vorhaben an die Firma East Park – Bartenheim zu vergeben. Die ehemalige Kiesgrube ist 48 Hektaren gross, die Wasserfläche umfasst davon 19 Hektaren. Betreiber war die ursprünglich Schweizer Firma Holcim, die 2015 mit Lafarge fusionierte. Der Kiesabbau ist abgeschlossen, aber am Rande des Freizeitparks wird Holcim voraussichtlich noch bis 2040 Granulate aus der Kiesgrube von Sierentz im Hardtwald verarbeiten.

Noch halten sich die Beteiligten bedeckt

Hinter East Park stehen ein Bauingenieur aus Hegenheim sowie ein Basler Jurist. Wer dies ist, war auf der Mairie nicht zu erfahren. Generalsekretär Tugdual Laouenan hielt sich gegenüber der bz bedeckt und wollte im Sommer noch keine Werbung für das Projekt, weil der Standort noch nicht gesichert sei.

Tatsächlich muss die Gemeinde das Gelände nach einer Umzonung ab September von Holcim kaufen, um dann einen Mietvertrag mit East Park abzuschliessen, das schnell mit der Erschliessung des Geländes beginnen könnte. Gefährdet scheint dies nicht: Holcim hat sich schon vor zwei Jahren anlässlich der Verleihung eines Umweltpreises vom französischen Zusammenschluss der Granulatproduzenten positiv zur Idee geäussert, die Kiesgrube und den Baggersee zum Freizeitpark um zu nutzen. Die Firma erhielt den Preis, weil sie ein natürliches System für den Erhalt der Wasserqualität eingerichtet hatte.

Eine Million Euro für den Wasserspass

Der Kiesabbau wurde 1990 von Bartenheim genehmigt, 1993 wurde die Grube erweitert. Der Baggersee ist bis 20 Meter tief und mit Grundwasser gefüllt. Das Ziel, die Kiesgrube für die Erholung und als ökologisch wertvollen Lebensraum zu nutzen, wurde bereits 2016 im Rahmen einer Analyse der Internationalen Bauausstellung Basel 2020 (IBA) zu den elsässischen Baggerseen formuliert. Erstellt wurde sie von der Hochschule für Technik Rapperswil.

Damals und auch vor einem Jahr wollte man die alte Kiesgrube auch als Badesee nutzen. Vom Baden ist beim Projekt «East Park» aber keine Rede mehr. Kosten soll der Wasserpark eine Million Euro. Er liegt wenige Minuten zu Fuss von der S-Bahn-Station Bartenheim. Bei vergleichbaren Anlagen in Frankreich wurde ein Kabel über den See gespannt und das Wasserskilaufen erfolgt mit elektrischem Antrieb. Den Zuschlag erhielt der Bartenheimer East Park auch, weil er so angelegt wurde, dass weder bestehende Hochspannungsleitungen, Flugzeuge vom nahen Euro-Airport oder das weiter bestehende Kieswerk stören. Geöffnet haben soll der neue Park jeweils von April bis Oktober mit 24 Mitarbeitenden.

Aktuelle Nachrichten