Ab kommendem Herbst sollte der Münsterplatz um ein gastronomisches Angebot reicher sein: Auf diesen Termin hin war die Eröffnung eines Bistros samt Tourismusinformation im Sitz des Basler Bau- und Verkehrsdepartements am Münsterplatz 10 angesetzt. Als die Vermieterin Immobilien Basel-Stadt (IBS) das Projekt im Mai 2017 ausschrieb, rechnete man mit vielen Bewerbungen. Bis Anmeldeschluss im Juli wurden aber lediglich fünf gezählt – die bz berichtete. IBS-Sprecherin Barbara Neidhart sagte damals, dass man im Spätherbst den neuen Betreiber des Münster-Bistros präsentieren wolle.

Geschehen ist seither nichts. Recherchen der bz haben nun ergeben, dass das Projekt bis auf Weiteres auf Eis gelegt ist. Das Problem ist nicht die Lage, denn die ist perfekt, sondern die eng bemessenen Vorgaben: Die Bewerber, die den Zuschlag erhalten haben, lehnten deshalb ab. «Das Projekt ist zwar reizvoll. Aber es gab einfach zu viele Auflagen», so der Tenor. Tatsächlich liessen die Vorgaben fürs Münster-Bistro wenig Spielraum, um sich gastronomisch zu verwirklichen. Im denkmalgeschützten Haus sind bauliche Veränderungen praktisch unmöglich, an der Aussenfassade gar nicht. Auch dem Einbau einer Küche wurde nicht stattgegeben, was die Möglichkeiten für das kulinarische Angebot entsprechend einschränkt.

Zudem wäre der neue Betreiber verpflichtet gewesen, das Bistro auch sonntags zu öffnen, und werktags bereits ab 7 Uhr. Zudem formulierte IBS klar, dass auch eine Aussenbewirtschaftung erwünscht sei – obwohl der Weg nach draussen für das Servicepersonal ein langer gewesen wäre.

«Nicht beerdigt»

Neidhart bestätigt auf Anfrage, dass der Betreiber des Cafés derzeit nicht feststehe. «Wir haben zurzeit keine Bewerber, die sich aktiv um das Münster-Bistro bemühen.» Das Projekt sei aufgrund der Rahmenbedingungen «anspruchsvoll» in der Umsetzung. «Beerdigt ist es aber in keinem Falle, es wird dereinst ein Münster-Bistro geben, aber nicht auf den ursprünglich festgelegten Eröffnungstermin in diesem Herbst.» IBS sei derzeit daran, die Rahmenbedingungen zu analysieren und, wenn möglich, anzupassen. Wann ein neuer Versuch gestartet wird, konnte Neidhart nicht sagen. «Es braucht sicher noch ein wenig Zeit.»