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0:0 bei Sporting: Ist der Knopf beim FC Basel nun aufgegangen?

Der FC Basel verdient sich zum Auftakt der Europa League ein 0:0 bei Sporting Lissabon. Die Portugiesen waren ein harter Gegner. Die Basler, die erstmals gegen Sporting kein Gegentor kassierten, hätten durchaus mehr erreichen können.

Sebastian Wendel, Lissabon
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FC Basel und Sporting Lissabon trennen sich 0:0
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Markus Steinhoefer und Cabral im Kampf mit Andre Carrillo.
Basels Mohamed Salah gegen Andre Carrillo von Sporting
Entscheidende Szene in der 50. Minute: Der Schiedsrichter zeigt Sportings Brasilianer Xandao die rote Karte. Der kann es nicht fassen.
Alex Frei gegen Elias: Der Basler Goalgetter kam selten in die richtige Position.
Zwei, die sich mögen: Marco Streller und Gelson Fernandes nach der Partie.

FC Basel und Sporting Lissabon trennen sich 0:0

Keystone

Plötzlich waren sie hellwach. Als hätten die Spieler des FC Basel diesen Weckruf gebraucht: Fünf Minuten nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit roch Captain Marco Streller einen Fehler in der Abwehr von Sporting, erlief sich den freiliegenden Ball und stellte sich mit der Abgebrühtheit eines erfahrenen Stürmers so zu Verteidiger Xandao, dass dieser im Fallen nur noch die Beine des Baslers treffen konnte.

Nach dem Platzverweis gegen Sporting schien der FCB endlich in der Partie angekommen. Zwar landete der anschliessende Freistoss von Alex Frei nur in der Mauer, doch nun war in den Angriffen des Schweizer Meisters endlich eine Logik zu erkennen. Marcelo Diaz, in der ersten Halbzeit weit davon entfernt, ein Spielmacher zu sein, verteilte die Bälle variabel auf die Flügel oder in die Spitze. Dort fanden die zuvor komplett abgemeldeten Streller und Alex Frei die Bindung zum Rest des Teams. Letzterer hatte in der 64. Minute die grosse Chance zur Führung. Hätte er in Hochform wohl locker verwandelt, fabrizierte er gestern ein schwaches Schüsschen genau auf Goalie Rui Patricio.

Die Szene passt zur momentanen Situation des FCB: Die Spieler bemühen sich, immer wieder sind Lichtblicke zu erkennen. Doch es fehlt die Durchschlagskraft und das Wettkampfglück, um in einem Spiel wie gestern den Sieg zu erzwingen.

Basel zu Beginn verunsichert

Die Partie im Estadio José Alvalade begann so, wie man es erwarten durfte. Das Heimteam begann druckvoll und schnürte die Basler in deren Hälfte ein, angeführt vom bissigen Schweizer Nationalspieler Gelson Fernandes und vom technisch hochbegabten Marat Izmailov. Die Gäste wirkten in den ersten 30 Minuten komplett verunsichert. Gefühlt endete jeder Ballbesitz nach zwei Stationen.

Am Spiel von Lissabon war einzig zu bemängeln, dass sie aus den hochkarätigen Chancen keinen Ertrag schafften. So scheiterten Elias (15.), Ricky van Wolfswinkel (19.) und in der 33. Minute noch einmal der holländische Stürmer aus spitzem Winkel oder am hervorragend reagierenden Basler Goalie Yann Sommer.

Durchatmen konnte das Team von Trainer Heiko Vogel in der 23. Minute. Joo Ho Park rutschte im Strafraum etwas gar unglücklich in Elias hinein und traf den Lissaboner. Schiedsrichter Alon Yefet verzichtete wohl wegen der sehr theatralischen Flugeinlage des Gelegten auf den Pfiff. Im Gegenzug wäre Basel vom Schicksal beinahe noch mehr begünstigt worden. Doch Aleksandar Dragovic bekam nach einem Freistoss von Alex Frei nicht genügend Druck hinter seinen Kopfball.

Punkt ist ein Erfolg

Dragovics Kopfball und die zuvor erwähnte Chance von Frei blieben die einzigen Hochkaräter für den FC Basel. In der Schlussphase vergab wieder van Wolfswinkel den Matchball. Es blieb bei der Punkteteilung, mit der Basel resultatmässig sehr gut leben kann. Ja man darf den Punkt gar als Erfolg bezeichnen. Wer weiss: Vielleicht ist gestern - wie in den letzten Jahren nach Ausrufezeichen im Europacup - beim FCB der Knopf aufgegangen.

Die Spieler bemühen sich, immer wieder sind Lichtblicke zu erkennen.