Schadensfall

100 bis 200 Liter Heizöl flossen in die Wiese

Die Wasserqualität der Wiese lässt derzeit zu wünschen übrig.

Die Wasserqualität der Wiese lässt derzeit zu wünschen übrig.

Nachdem Gift am Oberlauf bereits Kleinstlebewesen getötet hat, kam es letzte Woche zu einer erneuten Verunreinigung. Am Dienstag vergangener Woche sind mehrere hundert Liter Heizöl über die Regenkanalisation in die Wiese gelangt.

Die Wasserqualität der Wiese lässt derzeit zu wünschen übrig. Während seit dem Sommer bereits zwischen Zell im Wiesental und Lörrach Brombach Kleinstlebenwesen wie Krebse und Insektenlarven durch Gift getötet worden waren, kam es nun zu einem erneuten Schadensfall. Laut einer Medienmitteilung des Landkreises Lörrach waren am Dienstag vergangener Woche 100 bis 200 Liter Heizöl über die Regenwasserkanalisation in die Wiese gelangt.

Feuerwehr errichtet Ölsperren

Die Feuerwehr errichtete auf der Höhe von Maulburg, 28 Kilometer nordöstlich von Basel, und Brombach bei Lörrach Ölsperren. Nach anfangs vergeblicher Suche wurde die Ursache für die Verschmutzung am Mittwochmorgen in Maulburg gefunden. Georg Lutz, Fachbereichsleiter Umwelt im Lörracher Landratsamt, wird in der Mitteilung so zitiert: «Kaum zu glauben, was man dort vorfand – ein ausgebauter Heizöltank aus einem Privathaus lag auf unbefestigter Fläche im Freien, der Tank wies mehrere offensichtlich absichtlich eingeschlagene Löcher in der Tankwand auf – wohl um Restöl auslaufen zu lassen.»

Das Landratsamt geht laut Medienmitteilung davon aus, dass die Wasserversorgung der Industriellen Werke Basel (IWB), die in den Langen Erlen zur Trinkwassergewinnung auch Wiesefiltrat benutzen, nicht gefährdet wurde. «Wir wurden sehr rasch informiert und haben vorsorglich die der Wiese nahen Brunnen ausser Betrieb genommen. Es gab keinerlei Beeinträchtigung der Wasserqualität», bestätigt IWB-Mediensprecher Erik Rummer.

Auf Basler Seite kein Problem

Auch das Absterben der Kleinstlebewesen habe man im Unterlauf, also dem Schweizer Teil der Wiese, nicht festgestellt. «Wir führen monatliche Messungen durch, haben aber nichts Aussergewöhnliches bemerkt», beruhigt Peter Svoboda, Leiter Gewässerschutz im Basler Amt für Umwelt und Energie (AUE). Auch die zwischen Wiesemündung und Wiesekreisel laufende Revitalisierung sei durch die Vorfälle nicht tangiert. IWB-Sprecher Rummer verweist darauf, dass nur ein bis zwei Prozent des in den Langen Erlen gewonnenen Trinkwassers aus der Wiese stamme. «Tendenziell ist die Wasserqualität der Wiese schlechter als die des Rheins. Wir lassen darum Wasser aus dem Rhein in den Langen Erlen versickern.»

Das Landratsamt hat umfangreiche Gewässeruntersuchungen machen lassen und den Schaden räumlich eingrenzt. So seien nach der Grenze zur Schweiz nur geringe Beeinträchtigungen feststellbar. Laut «Badische Zeitung» konnte die Ursache für die Vergiftungen nicht geklärt werden. Die Experten gehen von mehrmaligen, kurzfristigen Schadstoffeinleitungen aus.

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