Der ehemalige Fussballer Karl Odermatt gehört zu Basel wie das Basler Läckerli. Peter Felix ehrte ihn 1970 mit dem Song «Karli no ne Goal», den die Fans ihrem Karli auch noch über 30 Jahre nach seinem Karrierenende singen. So huldigten sie Odermatt an der FCB-Meisterfeier 2008 auf dem Barfüsserplatz mit dem Song.

«Karli no ne Goal
Oh wie duet das wohl
D'Fahne rot und blau
Das isch Basel's gröschti Schau»

Karli no ne Goal

Es sind Momente wie diese, die Odermatts Augen erstrahlen lassen. Ein Traum sei es gewesen, sagt er heute. Solche Momente zeigen, dass Karl Odermatt immer noch ein Sympathieträger der Baslerinnen und Basler ist.

Fussball und Kaffeemaschinen

Er ist einer von ihnen, ein Vertreter der unverdorbenen Fussballergeneration, die neben dem Sport auch noch einem alltäglichen Beruf nachgehen mussten. Odermatt arbeitete lange Zeit als Vertreter von Kaffeemaschinen. Dabei hat ihm vor allem der Kontakt mit den Kunden Spass gemacht. «Das war und ist mein Ding», sagt Odermatt. Kein Wunder also, dass er sich nun in der Marketingabteilung des FC Basel sehr wohl fühlt. Als Win-Win-Situation bezeichnet er seine Aufgabe. «Ich habe Freude daran, der Job hält mich jung und der FCB profitiert vom Spass, den die Sponsoren mit mir haben.»

Seinen Geburtstag feiert Odermatt heute mit einem grossen Fest. Rund 350 Gäste sind eingeladen und werden mit der Basler Fussballlegende auf das runde Jubiläum anstossen. Ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk machte ihm der FC Basel: Im Museum des Klubs beim St. Jakob-Park feierte am Freitagabend die Sonderausstellung «70 Jahre Karli» Vernissage. «Das ist eine Ehre für mich und nicht selbstverständlich», sagt Odermatt. «Dafür danke ich dem FC Basel.»

Odermatt als Geschichtenerzähler

In der Sonderausstellung werden einzelne Stücke aus dem Fundus von Odermatt gezeigt. Zu jedem Objekt gibt es eine Geschichte, die dem Betrachter von Odermatt persönlich erzählt wird. Abrufbar sind die Erzählungen über einen Live-Stream auf dem Handy oder über einen Audioplayer. «Wir haben in den Sitzungen mit Karli schnell erkannt, dass er die Geschichten dem Besucher selber erzählen muss, weil sie sonst ihren Charakter verlieren», sagt Thilo Mangold vom Sportmuseum Schweiz. Er hat die Ausstellung zusammen mit Odermatt konzipiert.

«Dr Karli ohni z'haschte
Druggt scho ab s'isch passiert
D'Balle isch im Kaschte»

113 mal hat Odermatt diese Zeilen von Felix' Song wahr gemacht und ins gegnerische Tor getroffen. Deshalb zieren jetzt 113 kleine Bälle die Vitrine der Sonderausstellung zu seinen Ehren.
Nun wird Karl Odermatt siebzig und sagt dazu spitzbübisch: «Ich fühle mich immer noch wie mit vierzig.»