Luzern macht sich schon mal bereit: Extra-Toiletten, Grosseinkäufe für die Gastronomie, das Touristengewerbe befindet sich im Alarmzustand. Grund dafür sind rund 12'000 chinesische Touristen, die in drei Wellen seit Donnerstag bis Ende Mai in einer gewaltigen konzertierten Aktion durch die Schweiz tingeln – als Dankeschön ihres Konzerns, einer amerikanischen Multi-Level-Marketing-Firma, die ihren tüchtigsten chinesischen Mitarbeitern die Schönheiten dieses Landes präsentiert.

Mit 95 Bussen werden sie aus Basel und Zürich zu Sehenswürdigkeiten wie dem Vierwaldstättersee, dem Titlis und dem Schaffhauser Rheinfall chauffiert. Genächtigt wird aber nicht vor Ort, sondern zentral in Basel und Zürich.

Ein einziger Ausflug, 17'000 Logiernächte

Laut Christoph Bosshardt, dem Vizedirektor von Basel Tourismus, wurden in den Hotels in der Region Basel durch die Organisation rund 17'000 Logiernächte gebucht. Zuerst war geplant, die Reisenden nur in Zürich übernachten zu lassen. Doch die schiere Menge überschritt sogar die Kapazitäten der Schweizer Wirtschaftsmetropole.

Mehr Abfallkübel gibt es hier allerdings nicht und auch die Infrastruktur soll nicht überbelastet werden, denn die Gäste verbringen nur den Feierabend und die Nacht hier. Basel Tourismus gehe zwar schon davon aus, dass die Chinesen daher Basel besichtigen werden – «man wird sie sicher in der Stadt antreffen», so Bosshardt –, aber im Gegensatz zu den gezielt angesteuerten Sehenswürdigkeiten eher in kleineren Gruppen.

12'000 Chinesen stürmen die Schweiz - und sie lieben unser Land!

12'000 Chinesen stürmen die Schweiz

Selbst Firma war überrascht

Insgesamt dauert das Reisevergnügen der chinesischen Mitarbeiter und Franchisenehmer von «Jeunesse Global» vom 9. bis am 28. Mai und wird in drei Wellen à je sechs Tagen durchgeführt. Die rund 12'000 werden also nicht alle auf einmal das Bergpanorama fotografieren wollen, sondern «nur» jeweils rund 4000 Personen.

Derweil der Luzerner Tourismusdirektor Marcel Perren gegenüber der «Luzerner Zeitung» auf Anfrage bereits sagte: Ursprünglich sei Jeunesse Global davon ausgegangen, dass etwa 3000 Verkäuferinnen und Verkäufer die gesteckten Ziele erreichen und sich so die Reise verdienen würden. «Von den Dimensionen waren wir dann alle überrascht.»