Nachtleben

14 Basler Clubs für Swiss Nightlife Award nominiert - ist das Clubsterben vorbei?

Die Nominierungen für die Basler Clubs sind wohl nicht mehr als ein Achtungserfolg. iStockphoto

Die Nominierungen für die Basler Clubs sind wohl nicht mehr als ein Achtungserfolg. iStockphoto

Neue Basler Clubs finden Gehör in Zürich. So sind mit dem «Elysia», dem «Café Singer» und dem «Nordstern» gleich drei in der Kategorie «Best New Location.» für die Auszeichnung nominiert. Die Probleme im Basler Nachtleben bleiben jedoch.

Der «Nordstern»? Muss schliessen und wird sehr wahrscheinlich nach Zürich abwandern. Der «Hinterhof»? Ebenfalls zu einer Schliessung gezwungen. Und die alte «Kuppel»? Die wird gar abgerissen. Das Jahr 2016 stand unter einem schlechten Stern für das Basler Nachtleben. Das grosse Clubsterben wurde nicht mehr nur befürchtet, es war Tatsache.

Umso überraschender präsentiert sich nun die letzte Entwicklung. Als am Mittwochabend die Top-10-Nominationen für den Swiss Nightlife Award bekannt gegeben werden, glänzt Basel vor allem in einer Kategorie: «Best New Location.» Mit dem «Elysia», dem «Café Singer» und dem «Nordstern» haben gleich drei Basler Clubs in dieser Kategorie den Cut überstanden – mehr als aus jeder anderen Stadt. Jenen, die die Szene verfolgen, sind die neuen Clubs bekannt; oder auch die Tatsache, dass sich Clubs wie der «Hinterhof» doch noch retten konnten und Basel erhalten geblieben sind. Dies sagt auch Claudio Miozzari, Geschäftsführer des Vereins Kulturstadt Jetzt, der sich seit 15 Jahren für das Basler Nachtleben einsetzt.

Auch dass sich die neuen Clubs etablieren würden, verwundert ihn nicht. Aber er muss zugeben: «Die neuen Clubs haben sich schneller entwickelt, als man hoffen konnte. Es ist super, dass die guten Neuigkeiten auch bei der Jury des Awards angekommen sind.» Ausserdem würden solche Nominierungen einmal mehr zeigen, dass Basel solche Orte brauche.

«Weiss nicht, was anfangen damit»

Und dennoch war nicht allen Betreibern der nominierten Clubs der Award, der am 21. Februar bereits zum siebten Mal vergeben wird, bekannt. «Ich habe den Award, ehrlich gesagt, gar nicht gekannt, bis ich ein Mail bekommen habe, in der stand, dass wir nominiert sind», gibt Guy Blattmann vom «Elysia» zu. «Und ich weiss noch nicht recht, was ich mit der Nomination anfangen soll.»

Der Club auf dem Dreispitz ist seit Mai geöffnet, richtig in die erste Saison startete er aber erst im September und kann auf eine gute Stammkundschaft zählen, wie Blattmann erklärt.

Neuer, alter Club

Eine solche ist auch dem «Nordstern» sicher. Denn der Club, obschon nominiert für eine der besten Neueröffnungen, ist alles andere als neu. Bis April war er jahrelang am Voltaplatz beheimatet, bis der Zwischennutzungsvertrag auslief und ein Umzug aufs Schiff nötig wurde. Das Team um Agron Isaku konnte in den vergangenen Jahren bereits vier Mal den Preis als «Best Club» absahnen. Eine Kategorie, in der Basel in diesem Jahr mit der «Balz» vertreten ist. Ohnehin ist die Region stark vertreten, insgesamt 14-mal, verteilt auf
9 Kategorien.

Probleme tieferliegend

Eine gute Zahl für eine Stadt, deren Nachtleben zeitweise als begraben galt. Aber über alle Probleme hinweg täuschen sollten diese Nominationen, und damit die Anerkennung des Wiederauflebens, nicht. Basel habe durchaus noch Verbesserungspotenzial in Sachen Nachtleben. «Das Problem ist, dass sich in Basel allzu viele Clubs in prekären Verhältnissen befinden. Weil sie nur befristet an einem Ort sein können, oder weil sie aufGrund der Lärmvorschriften dauernd von der Schliessung bedroht sind. Es gibt wegen der strikten Vorgaben zu wenige Orte, an denen auch mal etwas wachsen kann», erklärt Miozzari, der sich ab Februar neu und gemeinsam mit fünf weiteren Mitgliedern von Kulturstadt Jetzt im Grossen Rat für eine Verbesserung starkmachen kann.

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