Die Gleise der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) sind auf gewissen Abschnitten über 50 Jahre alt. Dass die alten Schienen eine tickende Zeitbombe sind, zeigte jüngst eine Doppelkreuzung auf dem Centralbahnplatz. Sie sei nahezu auseinandergefallen und musste umgehend ersetzt werden, sagte Bruno Stehrenberger, Leiter Infrastruktur bei den BVB, gestern an einer Medienkonferenz.

Damit der Patient Infrastruktur möglichst bald gesund wird, investieren die BVB ab 2017 deutlich mehr in den Gleisbau. Beträgt das Bauvolumen 2016 17 Millionen Franken, sind es nächstes Jahr 43 Millionen und damit mehr als zweieinhalb mal so viel. Insgesamt sind es bis 2020 143 Millionen Franken, die in neue BVB-Gleise fliessen.

Entsprechend werden die Baustellen sich mehren. Um die Belastung für die Tramfahrgäste und Anwohner kurz zu halten, werden die BVB Tramstrecken für die Bauarbeiten komplett sperren, um schneller und effizienter voranzukommen. Allerdings können Baulärm und -verunreinigungen zeitweise grösser sein. Neue Gleise gibt es auf praktisch allen grösseren Baustellen des Kantons im Jahr 2017.

Die Summe steigt und steigt

Die Mittel für neue BVB-Gleise hat der Regierungsrat bereits 2014 markant erhöht. Damals machte er neben dem ordentlichen Erneuerungsbedarf von 18 Millionen Franken pro Jahr zusätzliche 45 Millionen für die Jahre 2014 bis 2016 locker, wie die «Schweiz am Sonntag» schreibt. Den Jahresbetrag von 18 Millionen erhöhte er auch gleich um 10 Millionen pro Jahr. Damit nicht genug. Diese Summe hat er im November 2016 noch einmal nach oben geschraubt: Neu erhalten die BVB für die Jahre 2017 bis 2020 insgesamt 120 Millionen Franken. Diese Gelder sind zweckgebunden, das heisst: Sie müssen in den Erhalt der Infrastruktur fliessen.

Mit diesen Millionen wollen die BVB die Gleise bis 2020 in einen guten Zustand bringen, sagt BVB-Sprecher Benjamin Schmid. Danach sollen pro Jahr rund 25 Millionen Franken genügen, um die Gleise so in Schuss zu halten, dass kein Nachholbedarf entsteht, wie ihn die BVB heute bewältigen müssen. Das wären dann pro Jahr sieben Millionen Franken mehr als bis anhin. Unklar ist, inwiefern dieser Anstieg mit der stärkeren Abnutzung der Schienen durch die neuen Trams zusammenhängt.