Riehen

1460 Unterschriften gegen den Abbau bei der Poststelle 2 in Riehen

Das Einzugsgebiet der Poststelle 2 entspricht etwa der Poststelle einer grösseren Baselbieter Gemeinde.

Das Einzugsgebiet der Poststelle 2 entspricht etwa der Poststelle einer grösseren Baselbieter Gemeinde.

Das Niederholzquartier in Riehen wächst. Trotzdem wollte die Post die Poststelle 2 an der Rauracherstrasse in eine Postagentur umwandeln. Dank des Engagements des Gemeinderats konnte dies gerade noch verhindert werden.

Die Post entschied sich für eine Reduktion des Dienstleistungsangebots und der Öffnungszeiten. So soll die Poststelle beispielsweise am Samstag geschlossen bleiben und werktags nur noch am Nachmittag geöffnet sein.

«Wenn ich jeweils samstags zur Post gehe, herrscht da oft ein grosser Andrang», sagt SP-Einwohnerrat Roland Engeler. Er hat kein Verständnis für den geplanten Abbau. So geht es vielen Einwohnern im Niederholzquartier. «Es gibt Wohngenossenschaften, die komplett unterschrieben haben», so Engeler zur grossen Beteiligung an der Petition.

Mit dem Dienstleistungsabbau verschwinden die Postfächer komplett, auch Bareinzahlungen sind nicht mehr möglich. Dass vor allem ältere Menschen die Dienstleistungen der Post am Schalter nutzen, widerspiegelte sich auch beim Sammeln der Unterschriften.

«Es waren tendenziell schon eher ältere Personen, die unterschrieben haben», sagt Engeler. Das Petitionskomitee wird gestützt von SP und EVP. Hinter dem Anliegen steht aber auch die SVP. Der Ärger über den Postabbau sei parteiübergreifend, sagt SP-Einwohnerrätin Franziska Roth.

Die 1460 Unterschriften kommen zuerst in die Petitionskommission, anschliessend berät der Einwohnerrat darüber.

Gewerkschaft steht dahinter

Steht eine Mehrheit hinter den Anliegen, wird der Gemeinderat beauftragt, Gespräche mit den Postverantwortlichen aufzunehmen. Auch die Gewerkschaft Syndicom steht hinter der Petition.

Dass die Poststelle 2 mehr als nur ein Anliegen des Niederholzquartiers ist, zeigen die Unterschriften aus den umliegenden Quartieren. «Viele Menschen aus dem Hirzbrunnenquartier sind auch davon betroffen», sagt Franziska Roth.

Das Einzugsgebiet der Poststelle 2 entspricht etwa der Poststelle einer grösseren Baselbieter Gemeinde, was laut Petitionskomitee die Bedeutung des Standorts unterstreicht.

Roland Engeler kritisiert: «Auch die jetzige Lösung ist so schlecht, dass die Kundschaft noch mehr abnimmt, und sie die Poststelle endgültig in eine Agentur umwandeln können.» Für EVP-Einwohnerrat Thomas Widmer ist es aus «betriebswirtschaftlicher Sicht ein No-go, solch eine Strategie zu fahren».

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