Es gab eine leichte, eher kosmetische Korrektur beim Strafmass, doch ansonsten bestätigte das Basler Appellationsgericht gestern vollständig das Urteil des Strafgerichtes vom September 2014: Der heute 33-jährige Mann erschoss im Dezember 2012 mit einer Pistole seinen Schwiegervater.

Der 60-jährige Mann starb wenige Minuten nach der Schiesserei an inneren Verletzungen. Auch auf seine damalige Ehefrau sowie die Schwiegermutter schoss der Mann, sie überlebten mit Verletzungen im Oberschenkel. Der Schütze hatte seine Waffe mehrmals nachgeladen. Dass die beiden Frauen noch leben, verdanken sie einem blossen Zufall: Die Waffe hatte Zündstörungen, der 33-Jährige konnte deshalb keine weiteren Schüsse mehr abgeben. Er führte damals nebst einem vollen Magazin noch 35 weitere Patronen mit sich. In der Wohnung befand sich auch ein Kleinkind, es blieb unverletzt.

Nach der Tat schoss der Mann im Quartier noch in die Luft, setzte sich dann auf eine Mauer und liess sich widerstandslos festnehmen. Die Pistole mit einem Kaliber von neun Millimetern hatte sich der Mann bereits Jahre zuvor gekauft.

Das Gericht wertete die Aussagen der überlebenden Frauen auch deshalb als besonders glaubwürdig, weil sie noch vor der Bestätigung durch die kriminaltechnische Abteilung von den Zündstörungen berichteten: Der Mann habe mehrmals gezielt, abgedrückt, und es habe dabei bloss «klick» gemacht.

Täter wird wohl ausgeschafft

Vor dem Strafgericht hatte der 33-Jährige betont, in der Wohnung habe es ein Gerangel gegeben, er habe niemanden erschiessen wollen. Für das Appellationsgericht war aber klar, dass sich der Verurteilte nicht mit der Trennung von seiner Frau abfinden konnte. Bei Mord ist eine Freiheitsstrafe zwischen 10 und 20 Jahren sowie lebenslänglich möglich, die erste Instanz hatte eine lebenslängliche Strafe verhängt. Wie Gerichtspräsidentin Marie-Louise Stamm gestern sagte, sei die besonders schwere Begehung der Tat bereits durch die höhere Strafandrohung abgedeckt. «Im Rahmen aller denkbaren Mordfälle ist die Tat hingegen nicht im obersten Bereich einzuordnen», so Stamm. Deshalb korrigierte das Gericht das Strafmass auf 20 Jahre.

Faktisch bedeutet dies, dass der Mann bei guter Führung schon nach rund 13 Jahren statt erst nach 15 Jahren bedingt entlassen werden kann. Der Mann sitzt allerdings seit der Tat im Dezember 2012 in Haft, damit dürfte er in rund zehn Jahren freikommen und dann direkt in die Türkei ausgeschafft werden.