Zwei Jahre ist es her, als die APG, die allgemeine Plakatgesellschaft, das Basler Gellertquartier verliess. 18 Millionen Franken brachte die Liegenschaft an der Hardstrasse dem Werberiesen ein. Die Ecoreal, die Schweizerische Immobilien Anlagestiftung, plant nun an dieser Stelle eine grosse Überbauung mit 70 Wohnungen, wie der Baupublikation entnommen werden kann. Die Kosten des Vorhabens, das den Namen «Living Frames» trägt, werden auf rund 20 Millionen Franken beziffert.

Die Wohnungen sollen 2020 bezugsbereit sein. Es handelt sich vornehmlich um Zwei- und Dreizimmerwohnungen, die von der Architekturfirma Miller & Maranta gebaut werden. Die Liegenschaft verteilt sich auf sechs Gebäude, zwei bestehende und vier Neubauten.

Bis zum Beginn der Umbauarbeiten sollen die alten APG-Gebäude zwischengenutzt werden, wie kürzlich das «Regionaljournal Basel» berichtete. Statt über Werbe-Ideen zu brüten, soll hier in Zukunft Hochkultur zum Besten gegeben werden. Der Architekt Heinrich Töws plant unter anderem Jazzkonzerte, Vorlesungen oder ein szenisches Konzert des Basler Kammerorchesters. Die Veranstaltungen sollen gratis sein, wie Töws gegenüber dem «Regionaljournal» weiter sagte: «Diese spannenden und inspirierenden Inhalte sollen nicht nur die üblichen Verdächtigen, sondern auch möglichst viele andere Menschen erreichen», so der Architekt.

Mittelteure Wohnungen

Wie lange die Zwischennutzung dauern wird, hängt auch von den Einsprachen ab. Anwohner, die gestern auf dem Bauinspektorat das Baugesuch anschauten, sagten, sie hätten bisher keine Informationen zum Wohnprojekt Living Frames bekommen. Auf der Homepage lässt Ecoreal lediglich verlauten: «Der ausführliche Internetauftritt des Projekts ‹Living Frames› ist in Bearbeitung und wird demnächst aufgeschaltet.»

Erst auf Nachfrage wird Ecoreal konkreter. Die Mietwohnungen seien im «mittleren Preissegment» anzusiedeln, sagt Chris Duisberg, der für das Projekt zuständig ist. So viel verrät er zudem: Auf dem Grundstück entstehe ein Mikro-Quartier mit verschiedenartigen Wohnsituationen. Die Innenräume hätten eine «gewisse Rohheit» und liessen sich gemäss «den Bedürfnissen der Bewohner» unterteilen.