Basel Tattoo
200 Zuschauer verfolgen in Binningen die Hauptprobe der Tattoo-Garde

Das Thermometer bleibt knapp unter 30 Grad, die Sonne verschwindet immer wieder hinter den Wolken, ausserdem bläst ein angenehmer Wind. Dann beginnt die Basel Tattoo-Garde ihre öffentliche Probe – das Publikum ist begeistert.

Alan Heckel
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Tattoo Garde Probe in Binningen mit Garde Ausstellung.
14 Bilder
Aufmarsch der Garde
Wachabloesung bei der Ausstellung
Wachformation und Abloesung
Wachbegruessung
Formation zu Trommeltakt
Ohne Worte
Igelformation der Eidgenossen
Strammstehen bei der Ausstellung
Wachformation und Abloesung
Aufmarsch der Garde
Marschübung
Einmarsch formation
Abschreiten der Garde durch den Kommandanten

Tattoo Garde Probe in Binningen mit Garde Ausstellung.

Martin Töngi

Eigentlich herrscht bestes Fussballwetter und dennoch sind die Kinder, die normalerweise am Nachmittag die Margarethenwiese zum Kicken nutzen, kurz vor 14 Uhr abseits des Kunstrasens zu finden. Kein Wunder, denn was sich nur wenige Meter weiter auf dem Binninger Gemeindeplatz abspielt, lässt die schönste Nebensache der Welt eine Zeit lang tatsächlich nur Nebensache verkommen.

Rund 200 Menschen jeden Alters an der Probe

Die Basel Tattoo-Garde, die am frühen Samstagnachmittag ihre öffentliche Probe zum Besten gibt, hat nicht nur das Interesse der Kids absorbiert. Es sind rund 200 Menschen jeden Alters, die sich überwiegend im Schatten positioniert haben. Durchs Programm werden sie von Thomas Mangold geführt. Der Präsident und Vizekommandant heisst vor der Probe Publikum und Ehrengäste willkommen, erzählt die Geschichte der Garde, erklärt Komponenten und Besonderheiten der Ausrüstung, ehe er schliesslich die Gardisten namentlich vorstellt.

Entertainer-Qualitäten

Mangold beweist am Mikrofon nicht nur Fachkompetenz, sondern auch Entertainer-Qualitäten. Seine pointierten Bemerkungen sorgen immer wieder für Lacher bei den Zuschauern, während Kommandant Philippe Seiler von den Gardisten die Formationen durchexerzieren lässt.

Module wie Igel, Rad oder Carré wirken zunächst unspektakulär. Doch wenn man sich vor Augen hält, dass sich die Männer der Garde von einer zehn Kilogramm schweren Rüstung, einem dreieinhalb Kilo schweren Helm und von den warmen Temperaturen in ihren Bewegungen scheinbar nicht beeinträchtigen lassen, macht das wiederum mächtig Eindruck. «Mir sin halt alles herti Cheibe», sagt Mangold augenzwinkernd.

40 Minuten lang dauert die Probe. Für das ungeübte Auge schaut alles perfekt aus – bis auf eine Ausnahme: Ein starker Windstoss vermag eine Feder vom Helm eines Gardisten zu lösen. «Das wird beim Tattoo nicht passieren», beruhigt Mangold die Menge. Dann folgt eine kurze Besprechung zwischen Kommandant und Vize, ehe sich die Garde unter grossem Applaus in Richtung Jugendhaus zu einem Apéro verschiebt.

Von Jahr zu Jahr mehr Module

Während die Dorfjugend allmählich wieder die Bälle in die Netze zu hauen beginnt, hilft Thomas Mangold noch beim Aufräumen der Ausstellung, die kurz vor der Probe stattgefunden hat. Rüstung und Helm behält er weiter an, «schliesslich bin ich Repräsentant der Garde». Mit der Probe zeigt sich der Oberwiler sehr zufrieden, auch wenn er durchblicken lässt, dass es stets Dinge gibt, die man besser machen kann.

Besonders freut ihn die ausgezeichnete Synchronisierung der Bewegungen. «Das war nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass einige erst vor zehn Proben zu uns gestossen sind.» Auch die stetige Entwicklung der Truppe – von Jahr zu Jahr beherrscht die Basel-Tattoo-Garde mehr Module – lässt Mangold nicht unerwähnt. Die wichtigste Erkenntnis des Nachmittags ist aber folgende: «Das Basel Tattoo kann kommen. Wir sind bereit!»