Nach Riga, Valencia und Prag ist Basel an der Reihe: Das vierzigste europäische Jugendtreffen Taizé findet hier statt. Das bedeutet: 15'000 bis 20'000 Jugendliche strömen in die Stadt. Sie alle brauchen einen Schlafplatz. Die jungen Leute im Alter von 18 bis 35 Jahren stammen meist aus Ost- und Südeuropa und werden vom 28. Dezember bis zum ersten Januar in Basel tagen. Momentan haben sich 80 Gastgemeinden angemeldet. Sie suchen in ihrer Mitte Familien, die bereit sind, zwei oder mehr Christen bei sich aufzunehmen.

Gemeinden angeschrieben

Die Gemeinden sind engagiert auf der Suche, wie ein Schreiben von Pfarrer Matthias Plattner aus Sissach zeigt. «Die erwachsenen, jungen Leute reisen als Backpacker an, mit Schlafsack und Mätteli. Sie benötigen keine Gastbetten, sind aber dankbar für einen geheizten Raum und vielleicht eine Duschgelegenheit», wendet sich Plattner an seine Gemeinde. Die Teilnehmer werden aus Sicherheitsgründen immer zu zweit in eine Familie geschickt und bekommen dort Frühstück sowie ein Mittagessen am Neujahrstag.

Die Gastgeber müssen keinen direkten Draht zur Kirche haben und können auch einer anderen Religion angehören. Auf die Zusammenarbeit mit anderen Religionsgemeinschaften legt das Organisationskomitee grossen Wert. Deshalb sind auch Nachmittagsworkshops mit der Israelitischen Gemeinde Basel geplant.

Weihnachtliche Gastfreundschaft

Die Suche nach ungefähr 8 000 Gastfamilien gestaltet sich nicht ganz einfach. Da diese durch die Gemeinden übernommen wird, weiss auch Fabian Dinkel, Koordinator des europäischen Jugendtreffens nicht, wie viele Gastfamilien sich bis jetzt bereit erklärt haben, Jugendliche bei sich aufzunehmen. Das Schreiben von Plattner hofft auf gutherzige Leute: «Wir laden Sie herzlich ein, ganz weihnachtlich ihre Türen als Herberge zu öffnen, Gastfreundschaft zu üben und interessante Menschen kennenzulernen.»

Der Bereich, in dem die Jugendlichen unterkommen werden, reicht weit in die Region hinein.

Südlich von Mulhouse, in Lörrach und Zell im Wiesental und im Kanton Baselland, Baselstadt, Solothurn, Aargau und Jura werden Gastfamilien gesucht. Aber was, wenn für die Schar nicht genügend Unterkünfte gefunden werden? Laut Dinkel wird im November nochmals ordentlich Werbung gemacht. Daraufhin würden sich oft auch noch spontane Familien bereit erklären, einigen Pilgern Unterschlupf zu gewähren. Das haben die letzten Jahre bewiesen. «Falls wir nicht genügend Gastfamilien finden, sind uns von zahlreichen Gemeinden die Gemeindezentren angeboten worden, um die Jugendlichen unterzubringen. Auch können wir oft noch spontan mit dem Kanton schauen, dass er uns Turnhallen, Aulas oder ähnliche Räumlichkeiten zur Verfügung stellt», sagt Dinkel.

Europäisches Jugendtreffen Taizé-Basel Videoclip

Europäisches Jugendtreffen Taizé-Basel Videoclip

Videoclip soll anziehen

Vielleicht hilft auch das Internet: Ein Videoclip auf der Website der Veranstaltung zeigt Jugendliche, die singen. Im Trämli, unter dem Spalentor, am Rhy und schliesslich im Münster. Der Clip wurde von Samuel Stöckli und 70 freiwilligen Helfern produziert.

Singen ist ein grosser Bestandteil des Programms, doch längst nicht alles: Während der drei Tage werden die Jugendlichen verschiedene Workshops besuchen und den ganzen Tag über unterwegs sein. Mittag- und Abendessen findet gemeinsam statt, was bei 20 000 zu stopfenden Mäulern wohl auch kein einfaches Unterfangen sein wird. Die Jugendlichen übernehmen ihre Reisekosten sowie einen Treffenbeitrag selber. Dieser ist abhängig von der Zahlungskraft ihres Landes. Das heisst, ein Teilnehmender aus Polen bezahlt weniger als jemand aus Deutschland.