Basel Tattoo
2014 soll erstmals eine chinesische Formation am Tattoo auftreten

Das Basel Tattoo wartet bei seiner neunten Auflage im Jahr 2014 mit einer Premiere auf: Erstmals soll am zweitgrössten Militärmusikfestival der Welt eine Formation aus China teilnehmen. Allerdings macht die Finanzierung der Reisekosten noch Probleme.

Hans-Martin Jermann
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Erik Julliard möchte die Formation Changxing Lotus Dragon Folklore Group ans Rheinknie holen.

Erik Julliard möchte die Formation Changxing Lotus Dragon Folklore Group ans Rheinknie holen.

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Konkret möchte der Erik Julliard die Changxing Lotus Dragon Folklore Group ans Rheinknie holen, wie der Tattoo-Chef entsprechende Informationen der bz bestätigt. Julliard hat die farbenprächtige Tanz- und Performance-Gruppe bereits seit zwei Jahren im Auge; letztes Jahr hat er sie in Moskau am Kremlin Tattoo live gesehen.

Julliard ist begeistert: «Ihre Show ist atemberaubend.» Das Interesse an einer Reise nach Basel sei auch bei den Chinesen gross, zitiert Julliard aus einer E-Mail mit der Leiterin der Gruppe.

Reisekosten noch nicht finanziert

Der Verpflichtung des Ensembles steht allerdings noch ein Problem im Wege: das Geld. Das Tattoo sieht sich nicht in der Lage, die Reisekosten für die insgesamt 90 Tänzerinnen und Musiker zu bezahlen. «Das ist einfach zu teuer für uns.» Selbstverständlich werde man aber für sämtliche Mahlzeiten, die Unterkunft und die lokalen Transporte aufkommen, versichert Julliard.

Nun sucht er nach Geldgebern. In einem Brief an den Rat der chinesischen Botschaft in Bern hat er um Unterstützung gebeten. Die Angelegenheit ist nicht ganz unproblematisch: Auslandreisen grosser Gruppierungen stehen unter scharfer Beobachtung der chinesischen Behörden.

Die Basler haben sämtliche Hebel in Bewegung gesetzt, um diese vom Vorhaben zu überzeugen. So hat sich Regierungsrat Carlo Conti im Rahmen des Mondfests, das Ende September auf dem Münsterplatz stattfand, persönlich bei der chinesischen Botschafterin in Bern eingesetzt. Die Botschafterin wurde zudem an das nächste Woche Premiere feiernde Christmas Tattoo eingeladen.

Julliard betont im Brief, dass ein Auftritt der Folklore-Gruppe auch im Interesse der lebendigen Beziehungen zwischen Basel und China sei, die unter anderem in der Städtepartnerschaft mit Schanghai ihren Ausdruck findet. Irgendwie müsse es gelingen, die Tanzgruppe nach Basel zu holen. «Wir rechnen in unserer Programmplanung zu 200 Prozent mit denen», stellt Julliard klar.