21 aufgeregte Mädchen haben gestern am Casting für das Musical «Evita» teilgenommen. Sie alle wollten eine begehrte Gesangsrolle in der Produktion ergattern, die im Januar in Basel aufgeführt wird. Gesucht war im Musical Theater Basel ein Mädchen zwischen 7 und 11 Jahren, nicht grösser als 1,40 Meter und mit gesanglichem und schauspielerischem Talent. Beim Casting sollten die Mädchen vor einer Jury das Lied «Santa Evita» vorsingen.

Die siebenjährige Melanie Möhring aus Rüschlikon und ihre Mutter gehörten zu den Ersten im Warteraum. Es brauche Mut, bei so einem Casting mitzumachen, sagte das Mädchen: «Wenn ich nicht gewinnen würde, wäre ich enttäuscht.» Sie nehme am Casting teil, weil sie gern singe, und rechne sich gute Chancen ein.

Auch Anna Gisiger aus Oberwil zählt das Singen zu ihren wichtigen Hobbys. Sie sei bereits ein «alter Hase» und habe erste Erfahrungen im Musical «Joseph» sammeln können, deshalb sei sie entspannt. Nach dem Vorsingen zeigte sie sich erleichtert und gab zu, doch etwas aufgeregt gewesen zu sein: «Die Jury ist sehr nett.»

Erfahrung nicht immer ein Vorteil

Jurymitglied Kristina Keienburg von BB Promotion erläuterte: «Erfahrung ist bei den jungen Darstellern nicht immer von Vorteil.» Denn das Kind sollte auf der Bühne natürlich wirken. Schüchternheit sei kein Hindernis, hingegen müssten die Mädchen die Nerven behalten können. Denn es handle sich um einen kurzen, aber wichtigen Auftritt. «Wir möchten mit den Kindern aus der Region Basel einen lokalen Bezug herstellen, so wie wir das auch schon in Zürich gemacht haben», erklärte Keienburg.

Ihr Jurykollege, der musikalische Leiter David Steadman, zählte die Eigenschaften auf, die bei der Rolle wichtig seien: «Charme, Unschuld, Natürlichkeit, Gesang.» Die Gesamterscheinung müsse einfach stimmen.

Nach einem Aufwärmtraining in der Gruppe gaben die Mädchen einzeln beim Vorsingen ihr Bestes. Meistens kamen die Mütter und Väter mit ins Vorsingen. Die zehnjährige Maren Kohler aus Riehen aber bat ihre Mutter, im Foyer auf sie zu warten. Diese liess es sich nicht nehmen, an der Tür zu lauschen. Salome Rickenbacher aus Nidau war nach ihrem Vorsingen erleichtert: «Ich habe mir die Jury strenger vorgestellt.» Sie habe keine Ahnung, wie ihre Chancen seien: «Ich bin mit 1,48 Metern ziemlich gross, aber wer weiss, wie die anderen Mädchen singen.»

Die Castingteilnehmerinnen werden bald erfahren, ob sie eine Gesangsrolle erhalten. Zwei bis drei Glückliche werden vom 18. bis 30. Januar 2011 vor grossem Publikum auftreten dürfen.

In den Weltraum oder auf die See

Falls Melanie und Salome nicht zu den Gewinnern des Castings zählen würden, sollte das ihre vorläufigen Zukunftspläne nicht gross beeinträchtigen: Melanie möchte, wenn sie gross ist, Weltraumforscherin werden, und Salome könnte sich vorstellen, später als Matrosin durch die Gegend zu schippern.