Musikakademie
280 Primarschüler drängen sich auf die Bühne des Stadtcasino

Zum ersten Mal singen 13 Primarklassen aus Basel mit orchestraler Begleitung am Samstagabend im Stadtcasino. Die Musikakademie initiierte das Projekt «Basel singt».

Jasmin Grasser
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Die Kinder an der Hauptprobe im Stadtcasino.

Die Kinder an der Hauptprobe im Stadtcasino.

Martin Töngi

280 Kinder hören konzentriert zu, als Beat Hofstetter ihnen die traditionell japanischen Instrumente Shamisen und Shakuhachi vorstellt. Gespannt warten die Sänger darauf, die Instrumente zu hören und reagieren verschieden auf den Klang: Manche fangen an, im Takt zu wippen, andere starren träumerisch an die Decke.

Klassengeist zählt bei der Auswahl

Hofstetter ist der musikalische Leiter von «Basel singt». Die Kinder zwischen acht und zehn Jahren aus 13 verschiedenen Primarklassen aus allen Quartieren von Basel und Riehen singen erstmals gemeinsam zusammen mit einem Orchester. Initiiert wurde das Projekt von den musikalischen Grundkursen der Musik-Akademie Basel. Mitverantwortlich ist auch die Musik- und Bewegungslehrerin Esther Bacher, die an der zweiten Hauptprobe darauf achtet, dass alles reibungslos abläuft. «Die Kinder sind es nicht gewohnt, mit so vielen Gleichaltrigen auf einer Bühne zu stehen.» Um die Kinder auf die Grösse des Chors vorzubereiten, wurden die Klassen zuerst in den Quartieren zusammengeführt.

«Wir haben die Stadt in Süd, Mitte und Nord unterteilt», sagt Bacher. Dabei seien jeweils rund 90 Kinder zusammengekommen. «Bei der ersten Hauptprobe im Stadtcasino waren es dreimal so viele, daran mussten sich die Schüler schon gewöhnen und sich zuerst neu orientieren», sagt Bacher. Die kleinen Sänger seien allerdings voller Vorfreude. «Ihnen ist sehr bewusst, dass sie vor rund 1200 Personen singen werden.»

Internationales Programm

Die Sänger seien auch stolz, dass gerade ihre Klassen für das Projekt ausgewählt worden sind. «Dass sie von einem Orchester begleitet werden, finden sie besonders toll.» Ausgesucht wurden die Klassen nicht nach dem musikalischen Talent, sondern nach anderen Faktoren. «Wir mussten auf das Alter achten und konnten keine ersten Klassen auswählen», sagt Bacher. Der Zusammenhalt und das Klassenklima hätten eine grosse Rolle gespielt.

Aufgeführt werden Lieder aus der Schweiz, Japan, Jamaika, Samoa, Finnland, Bulgarien und anderen Ländern. «Die Textarbeit war sicher schwierig», sagt Bacher. Da die Kinder die Lieder nicht ablesen können, hat Bacher der Klasse die Texte und Melodien immer wieder vorgesprochen und vorgesungen.

Begonnen haben die Vorbereitungen für das Konzert bereits im letzten Januar. Auch Dirigent Hofstetter schwärmt von den Kindern. «Sie sind sehr lebendig und positiv eingestellt.» Es sei für ihn kein Problem, gleichzeitig die jungen Sänger und das Orchester zu dirigieren. «Die Musiker stammen alle aus der Musik-Akademie und kommen, wie die Schüler auch, aus verschiedenen Nationen.» Es sei schön zu sehen, wie sich die Mitglieder des Orchesters um die Kinder bemühen würden.

Basel singt, Samstag, 14. September, um 19. 30 Uhr, Stadtcasino, Musiksaal.