Strafgericht
3,5 Jahre Gefängnis für misslungenen Postraub

Ein 21-jähriger Mann muss für einen versuchten Postraub in Riehen im Oktober 2014 für 3,5 Jahre ins Gefängnis. In Deutschland warten weitere zwei Jahre Freiheitsstrafe auf ihn.

Patrick Rudin
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Mit Spielzeugpistolen haben die Täter die Anwesenden bedroht

Mit Spielzeugpistolen haben die Täter die Anwesenden bedroht

KEYSTONE/AP/MARK DUNCAN

Ein Überfall mit Spielzeugpistolen, ein wehrhafter Rentner, schliesslich die Flucht ohne Beute: Die beiden Räuber (bz vom Donnerstag) hatten im Oktober 2014 hatten einen schlechten Tag erwischt, als sie die Poststelle in Riehen überfallen wollten.

Die Flucht gelang zwar vorläufig, doch einer der beiden Männer wurde dank seines Fingerabdrucks auf einem der Beutel identifiziert, den er in der Post zurückgelassen hatte. Eine weitere DNA-Spur verglich man mit dem Umfeld des Mannes, so stiess man schliesslich auf den 21-jährigen Mann aus Grenzach. Zu den Vorwürfen wollte er sich auch vor Gericht nicht äussern.

Die fünf Richter verurteilten ihn gestern Freitag zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten wegen versuchten Raubes. Der Mann war bereits vorbestraft und führte nur vier Monate nach dem Überfall in Riehen einen ähnlichen Raub in Lörrach mit demselben Mittäter durch. «Die einzigen verwertbaren Spuren auf dem Beutel stammen vom Angeklagten und dessen Mittäter», begründete Gerichtspräsidentin Felicitas Lenzinger den Schuldspruch.

Vor Claraposten Velo geklaut

Die beiden Männer waren mit ihren Pistolenimitation in die Post gegangen und hatten die rund 20 anwesenden Kunden bedroht, um die Angestellten zur Herausgabe von Bargeld zu zwingen. Das Gericht fällte deshalb auch zusätzlich einen Schuldspruch wegen Geiselnahme.

Verhaftet wurde der Mann schliesslich, als er etwa ein Jahr später in Basel vor dem Claraposten ein Velo klaute, erst fünf Tage zuvor war er in Lörrach aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Wegen eines anderen Delikts erhielt er dort zwei Jahre auf Bewährung, diese Strafe muss er nun ebenfalls in Deutschland absitzen. Für das Entwenden des Velos gab es noch eine Busse von 200 Franken obendrauf.

Auch sein Mittäter hatte in Deutschland keinerlei Angaben zum Überfall gemacht, dessen Urteil ist auch noch nicht rechtskräftig. Deshalb bestehe noch immer die Gefahr von Absprachen zwischen den beiden Männern, befand das Gericht: Wegen Kollusionsgefahr bleibt der 21-Jährige deshalb weiterhin in Sicherheitshaft, auch ein vorzeitiger Strafvollzug steht deshalb vorläufig nicht zur Debatte. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine massiv höhere Strafe verlangt, alle Beteiligten können das Urteil noch weiterziehen.

Der aus Russland stammende Mann lebt seit seinem fünften Lebensjahr in Grenzach, hat lediglich die Grundschule abgeschlossen und bereits drei Berufsausbildungen abgebrochen. In der Untersuchungshaft liess man ihn in der Küche arbeiten, wegen disziplinarischer Probleme wurde dies allerdings wieder abgebrochen.