Morgestraich
30 Sekunden Stille: Auftakt zu den «drey scheenschte Dääg»

Der Morgestraich war eher kalt und eher bewölkt. Vor allem aber war er ein magischer, wunderschöner Auftakt in eine Fasnacht voller dunkler Sujets.

Nicolas Drechsler
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Der Morgestraich läutet - ääh pfeift und trommelt - die Basler Fasnacht ein. Tambouren und Pfeifer auf der Mittleren Brücke
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Morgestraich 2016
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Der Morgestraich läutet - ääh pfeift und trommelt - die Basler Fasnacht ein. Tambouren und Pfeifer auf der Mittleren Brücke

Roland Schmid

Was war nur los am Spalenbärg morgens um vier Uhr? Kein einziges «Ooooh», kein «Aaah», als die Lichter ausgingen und die ersten Töne des «Morgestraich» durch die Gassen schrillten. Nur ehrfürchtige Stille am Spalebuggel.

Vielleicht war diesmal der magische Moment, der Zauber dieses Augenblicks, noch stärker als sonst. Oder es war den Lautstaunern einfach zu kalt. Oder sie standen woanders. Aber eigentlich war es schön, für einmal die lautmalerische Begleitmusik nicht zu hören. Dreissig Sekunden vor Vier war kein Räuspern mehr zu hören. Zehn Sekunden vor Vier erschallen die Kommandi der Tambourmajoren und um Schlag Vier wird es stockdunkel und das erste hohe D verlässt das Piccolo.

Inmitten der begeisterten Schar von Touristen und Baslern, die wissen, dass hier die Druggedde nicht ganz so schlimm ist, das bz-Trüppchen. Teile davon sind von weit her angereist und haben bereits einige ungewohnte Momente erlebt. Und wie das so ist an der Fasnacht: Fängst Du an, jemandem den Du kennst, ein paar Grundbegriffe zu erklären, dann spitzen andere Zugereiste die Ohren und versuchen auch noch etwas zu erhaschen.

Die beiden Damen aus Deutschland geben ihre Anstrengungen auf, im Dunkeln den «Rädäbäng» zu lesen und verlegen sich aufs Lauschen. Und darauf, zu lesen versuchen, was da denn auf den Laternen steht. Sehr zur Freude der umstehenden Eingeborenen.

Die hellen Dunklen

Die Laternen ziehen vorbei und es sind einmal mehr ein paar wahre Prachtexemplare dabei. Die Spale-Clique mit ihrem Sujet «Glääben und glääbe loo» hat auch die Laterne zusammengeklebt. Und zwar doppelt. Das Gestell ist dreigeteilt und verschoben wieder zusammengesetzt. Darauf prangen zig Einzelbilder wie eine Collage. Oder das «Bärner Kasperlitheater» bei den Agfrässene, wo eine skelettierte Kasperli-Marionette mit grässlichem Kopf müde an ihren Fäden hängt.

Und dann die Bebbi. Diesmal unterwegs als «Bebbi Baywatch Basel» und dem Sujet «Keep the beach clean». Ja, es ist ein Sujet aus der Kategorie dunkelschwarz, wenn sich Touristen über die angeschwemmten Flüchtlinge ärgern. Aber diese Laterne! Eine gigantische Welle rollt auf das Publikum zu, ein Bogen, fast ein Segel, das der Wind bläht. Wobei, winden sollte es wohl besser nicht, wenn die Bebbi das Ungetüm über die Wettsteinbrücke ziehen.

Die Fratze beim Olymperstamm hat ebenfalls Gruselpotenzial. Genauso wie der grosse Grabstein, den die VKB durch die Strassen zieht. Trotz allen LED-Leuchtchen, die manchmal fast für zu viel Licht sorgen: Der Morgestraich 2016 gehört den Laternen, die zwar hell strahlen, aber das mit ganz dunklen Hintergedanken.

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