Weil am Rhein
300'000 Schweizer sind potenzielle Kunden der Dreiländergalerie

Eine Studie zeigt: Das geplante Einkaufscenter in Weil am Rhein funktioniert nur dank den Baslern. Das Kaufkraftspotenzial wird in dieser Region auf 300'000 Einwohner geschätzt.

Peter Schenk
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So könnte das neue Einkaufscenter Dreiländergalerie in der Nähe der Endhaltestelle des 8er-Trams in Weil am Rhein in einigen Jahren aussehen.

So könnte das neue Einkaufscenter Dreiländergalerie in der Nähe der Endhaltestelle des 8er-Trams in Weil am Rhein in einigen Jahren aussehen.

ZVG/Cemagg

Voraussichtlich 68 Millionen Euro Umsatz soll das in Weil am Rhein oberhalb des Bahnhofs geplante Einkaufscenter namens Dreiländergalerie pro Jahr erzielen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Stadt bei der Firma Cima Beratungs- und Management GmbH in Auftrag gegeben hatte und über die die «Badische Zeitung» ausführlich berichtete. Sie wurde diese Woche im Weiler Stadtparlament vorgestellt.

Fast die Hälfte geben Ausländer aus

Immerhin 31,5 Millionen Euro davon, also fast die Hälfte, sollen von Personen aus dem Ausland ausgegeben werden. De facto sind dies zum grossen Teil Schweizer. Als sogenanntes Potenzialgebiet werden in der Studie 305 000 Einwohner aus Basel-Stadt und angrenzenden Teilbereichen des Kantons Baselland genannt. Die Franzosen aus dem nahen Südelsass stellen zusätzlich lediglich 30 000 Einwohner. Insgesamt besteht das Einzugsgebiet des Centers aus rund 510 000 Einwohnern, das deutsche Einzugsgebiet geht bis Schliengen, Grenzach-Wyhlen, Lörrach und Rheinfelden.

Die Gesamtzahl der 510 000 Einwohner stellen für Weil am Rhein ein Kaufkraftpotenzial von fast 4 Milliarden Euro dar, wovon 2,7 Milliarden Euro dem Schweizer Teilgebiet zugerechnet werden. Über die Hälfte davon entspricht dem kurzfristigen Bedarf wie Lebensmittel, Drogerie- und Parfümerieartikeln. Rund ein Fünftel bezieht sich auf mittelfristigen Bedarf wie Bücher, Schuhe, Lederwaren, Sportartikel und Kleidung. Knapp 30 Prozent der Schweizer Kunden interessieren sich, wenn man der Studie glauben mag, für Artikel aus dem langfristigen Bedarf. Dazu gehören Foto und Optik, Uhren und Schmuck, Elektrowaren, Haushaltswaren und Geschenke.

Hauptaufgabe der Cima, die sich als Datenbasis auf das bereits von ihr erstellte Märkte- und Zentrenkonzept von 2013 stützte, war es, die Auswirkungen des neuen Einkaufscenters auf die Stadt Weil zu untersuchen. Insgesamt soll es zu Umverteilungen von durchschnittlich sieben Prozent Umsatz kommen. «Die Innenstadt wird in der Gesamtheit deutlich gestärkt», heisst es in der Studie. Umsatzverluste würden das Rheincenter und die Outlets im Weiler Quartier Friedlingen machen.

Prognosen aus Zeit vor Euro-Crash

Bei der Vorstellung im Parlament betonte der Vertreter der Cima, dass die Prognosen der Firma vom Ausländeranteil des vergangenen Jahres ausgingen – der Euro-Crash von Mitte Januar mit dem daraus resultierenden explodierenden Einkaufstourismus wurde noch nicht berücksichtigt.

Auffällig war laut «Badische Zeitung», dass sich die vom künftigen Betreiber und Investor projektierten Verkaufsflächen deutlich von denen der Studie unterschieden. Kurz gesagt: das Center biete zu wenig Lebensmittel, Drogerieartikel, Foto und Elektrowaren an, aber deutlich zu viel Artikel wie Bücher, Kleidung, Schuhe und Lederwaren.

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