Red Dot Award

36 der prämierten Design-Künstlern stammen aus der Schweiz

Bereits zum dritten Mal machen die Schule für Gestaltung, die Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW und die Designers Factory die ausgezeichneten Werke der Kategorie «communication design» für die Öffentlichkeit zugänglich. 2012 wurden 36 Schweizer geehrt.

«Kommunikationsdesign ist keine Werbung: Wir wollen nicht verkaufen, wir wollen kommunizieren», sagt Jean-Jacques Schaffner, der Direktor der Designers Factory Schaffner und Conzelmann. Die Red Dot Design Awards werden jeweils von einer fachspezifischen Jury vergeben. Das Unternehmen Red Dot selbst prämiert nur die Agency of the Year.

«Wir haben Teilnehmer aus 42 verschiedenen Nationen - deswegen brauchen wir Jurymitglieder, die nicht nur Fachkenntnisse haben, sondern auch der Kulturen und Sprachen der Teilnehmer gerecht werden können.

Multimediale Ausstellung

Poster, Industriewaren, Verpackungen, Bücher und Briefmarken: Die Mannigfaltigkeit der Sammlung macht ihre Faszination aus. Alle Stücke dürfen berührt und auseinander genommen werden. «Wir wollen nicht, dass die Sachen kaputt gehen, aber wir behalten sie auch nicht», meint Schaffner lachend. Ebenfalls zu sehen gibt es Kinofilme und Werbung, die prämierten Webseiten kann man sich auf Mac-Bildschirmen ansehen. Die Werke der Studenten befinden sich dieses Jahr in der Maurerhalle der Schule für Gestaltung in Basel. «Wir haben auf der Lyss schlicht keinen Platz», sagt Schaffner.

Die Anordnung der Werke in den Ausstellungsräumen besticht durch das offene Konzept. Steht man zum Beispiel vor einem kühlem asiatischen Plakat, so schiebt sich von links eine bunte, grafische Werbeserie für das Amsterdamer Sinfonietta ins Auge. «Wir machen keine Kunst im eigentlichen Sinne», sagt Schaffner. «Natürlich haben wir einen künstlerischen Anspruch, aber wir verwirklichen uns nicht selbst, sondern sind an den Auftrag gebunden.» Kreativität sei dabei wichtig - aber ebenso das Handwerk.

Nachdenkliche Eröffnungsrede

Seine Leidenschaft für Kommunikationsdesign merkt man Schaffner an - zu jedem Ausstellungsstücke kennt er die Geschichte. An seiner Rede an der Vernissage vom Samstag schlägt er allerdings auch nachdenkliche Töne an. Die Ausstellungsräume der Schule für Gestaltung werden voraussichtlich 2015 geschlossen, Büros der Universität werden einziehen. «Dann haben wir in Basel keine Ausstellungsräume mehr.»

Man wolle nicht auf die Brache am Dreispitz ziehen. «Wir wollen mit den Leuten kommunizieren», sagt Schaffner. An der Vernissage vom Samstag waren neben prämierten Designer die Direktoren der gestalterischen Hochschulen und Regierungsrat Christoph Brutschin.

Galerie für Gewinner-Agentur

Die Agency of the Year kommt aus Korea. Prämiert wird in dieser Kategorie erst seit 2008. In der Galerie Graf und Scheble, die sich ebenfalls auf der Lyss befindet, sind drei Werke ausgestellt. Zum ersten Mal befindet sich der Gewinner ausserhalb von Europa. «Ein Wagnis», sagt Schaffner, «weil die Sprache natürlich ein tragendes Element ist.» Ihre Mitarbeiter stellt die Agentur in kleinen Aquarellen vor - es sind nicht die einzigen Portraits. «Wir haben von 16 Gewinnern Ölbilder von einer chinesischen Malerin anfertigen lassen. «Die Dame hat für die Anfertigung drei Monate gebraucht», sagt Schaffner. «Wenn Menschen mit so viel Talent in Asien arbeitslos sind, kommt man ins Grübeln, was das für den hiesigen Markt bedeutet», sagt er nachdenklich.

Red Dot Design on Stage, 15. Januar bis 8. Februar 2013, Maurerhalle, Vogelsangstrasse 15, Galerie Graf und Schelble, Spalenvorstadt 14, Austellungsräume.

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