Die Grundzüge des Angebots und der Infrastrukurplanung legt die Regierung alle vier Jahre in ihrem ÖV-Programm dar. Der Grosse Rat soll das neue Programm für die Jahre 2018 bis 2021 - nach der Überarbeitung anhand der Vernehmlassungsergebnisse - im ersten Quartal 2017 genehmigen, hiess es vor den Medien.

Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels begründete den Ausbau des ÖV mit der Zunahme der Arbeitsplätze und Einwohner: Innert zehn Jahren seit die Zahl der Jobs inBasel um 20'000 auf 170'000 und gestiegen, jene der Einwohner um 9000 auf rund 197'000. ÖV-Ausbau soll Lebensqualität sichern und Wirtschaftsentwicklung ermöglichen.

Dreiländer-Tarif Zukunftsmusik

Als strategische Schwerpunkte im ÖV-Programm nannte Mobilitätsplaner Benno Jurt unter anderem mehr Komfort für Fahrgäste, bessere Anschlüsse, mehr Effizienz und einfachere Tarife auch über die Landesgrenzen. Letzteres ist indes angesichts der diversen Partner so komplex, dass keine Termine genannt wurden.

Ab Dezember 2017 soll die Tramlinie 3 nach Saint-Louis führen und ab 2020 dann das 17er Tram den Margarethenstich befahren, sofern das Baselbiet 2017 grünes Licht gibt. Auch bei den Bussen sind mehrere Neuerungen geplant. Insbesondere soll der 42er ab Dezember zu Pendlerzeiten die Roche mit Bahnhof SBB und Bettingen verbinden.

Ab 2018 soll der 36er-Bus durchgehend im 7,5-Minuten-Takt via Erlenmatt nach Kleinhüningen fahren, während ein neuer 46er-Bus Unteres Klybeck und Schorenquartier an den Badischen Bahnhof anbindet. Noch offen ist, wie von letzterem aus St.-Johann und Bachgraben angeschlossen werden sollen. Häufiger fahren soll der Flughafenbus.

Mehr Angebot, höhere Kosten

Das ÖV-Programm enthält keine direkten finanziellen Entscheide; das ÖV-Globalbudget wird separat beschlossen. Die Regierung schätzt, dass der Aufwand für den öffentlichen Verkehr mit dem skizzierten Angebotsausbau um rund 4,5 Millionen Franken im Jahr steigen wird. Derzeit speist der Kanton Basel-Stadt das ÖV-Globalbudget mit rund 90 Mio. Fr. pro Jahr.

Weiterhin erst im Planungsstadium sind verschiedene Erweiterungen des Tramnetzes, darunter neue Gleise im Claragraben, das Roche-Tram, ein Erlenmatt-Tram und das 30er-Tram vom Bahnhof SBB via Johanniterbrücke zur Messe.

Bei der Regio-S-Bahn steht derweil das Herzstück weiterhin oben auf der Wunschliste. Erst wenn der Bund dieses bewilligt und baut, wird im Raum Basel ein Viertelstundentakt möglich - wie er in anderen Agglomerationen bereits besteht. Im Auge hat man ferner einen neuen S-Bahn-Halt im Stettenfeld zwischen Riehen und Lörrach (D).