öV-Projekt

3er-Tram fährt bald bis ins Elsass – kein Referendum eingegangen

Die neue Tramverbindung soll an der heutigen Endhaltestelle des 3er-Trams Burgfelden Grenze beginnen und westlich des Bahnhofs von Saint-Louis enden. (Archiv)

Die neue Tramverbindung soll an der heutigen Endhaltestelle des 3er-Trams Burgfelden Grenze beginnen und westlich des Bahnhofs von Saint-Louis enden. (Archiv)

Die Frist, um das Referendum gegen die 3er-Tram-Verlängerung von Basel ins elsässische Saint-Louis zu ergreifen, ist ungenutzt verstrichen. Damit ist das öV-Projekt einen weiteren wichtigen Schritt vorangekommen.

Ende Juni hatte der Basler Grosse Rat 32,8 Millionen Franken für das Vorhaben bewilligt. Die 3,1 Kilometer lange Linie soll den öV-Anteil am grenzüberschreitenden Verkehr steigern und bis Ende 2017 fertig gebaut sein.

Auf französischer Seite liegen mittlerweile die Baupläne vor. Anfang September wird das Parlament der Communauté de Communes des Trois Frontières (CC3F), ein Zweckverband, in dem zehn südelsässische Gemeinden mit insgesamt 50'000 Einwohnern zusammengeschlossen sind, über die Pläne wie die Finanzierung des Projekts beraten. Eine klare Zustimmung gilt als sicher.

Bald folgt die Vernehmlassung

Als nächster Schritt dürfte Ende September die Vernehmlassung lanciert werden, die mit der Stellungnahme der Präfektur als Vertreter des Staates voraussichtlich im März 2015 beendet wird. «Wir gehen davon aus, dass wir im April 2015 mit den Arbeiten beginnen können», schätzt Hubert Vaxelaire, beim Verband für den öV zuständig.

Die neue Tramverbindung soll an der heutigen Endhaltestelle des 3er-Trams Burgfelden Grenze beginnen und westlich des Bahnhofs von Saint-Louis enden. Auf Schweizer Seite werden dadurch das nördliche Friedmattareal mit dem Rehab Basel, dem Bürgerspital und den Sportanlagen Pfaffenholz besser an den öV angebunden. Auf französischer Seite sind entlang der neuen Tramstrecke neue Wohngebiete und in Burgfelden eine Verdichtung von Wohnraum und Dienstleistungen geplant.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 86,5 Millionen Franken. Der Bund beteiligt sich im Rahmen des Agglomerationsprogramms mit 30,3 Millionen Franken daran. Knapp 20 Millionen Franken davon fliessen nach Frankreich, 10,5 Millionen bleiben in der Schweiz. Der Beitrag des Kantons Basel-Stadt reduziert sich so also auf 22,3 Millionen Franken. Die Chancen, dass das Agglomerationsprogramm in der Herbstsession des Ständerats angenommen wird, stehen gut.

Hoffnung auf Basler Geld

Basel beteiligt sich ausserdem mit zwei Millionen Franken aus dem Pendlerfonds an der Tramverlängerung. Die Elsässer hoffen auf weitere Beiträge aus dem Fonds, um die beim Bahnhof von Saint-Louis geplante Park & Ride Anlage zu finanzieren.

Vaxelaire rechnet damit, dass dort 680 bis 700 Parkplätze zur Verfügung stehen müssen – je zur Hälfte für Umsteiger auf den Zug oder das Tram. Das fünf- bis sechsstöckige Parkhaus dürfte neun Millionen Euro kosten. Ob die Parkplätze kostenpflichtig, ist noch nicht entschieden.

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