Den Kopf hängen lassen und schlechte Laune verbreiten? Oder das Geschehene abhaken, optimistisch bleiben und kämpfen? Die Spieler des FC Basel entschieden sich nach der bitteren Niederlage gegen Cluj für Letzteres. Zumindest jene, die am Morgen danach beim Training anzutreffen sind. Die zweite Garde, also die gegen Cluj eingewechselten oder gar nicht zum Einsatz Gekommenen, machen es den im Kraftraum regenerierenden Titularen vor.

Jungtalent Darko Jevtic schiesst Traumtore am Laufmeter, Arlind Ajeti grätscht nach jedem Ball, Fabian Frei gibt keinen Zweikampf verloren. Die beiden Ältesten auf dem Platz, Alex Frei (33) und Radoslav Kovac (32), lassen sich vom Elan mitreissen und trotten am Ende nicht minder schweissgebadet als der Rest vom Platz. Aufbruch- statt Untergangsstimmung beim FCB.

Cheftrainer Heiko Vogel überliess gestern die Aufsicht seinen Assistenten. Er arbeitete zusammen mit der Klubführung das Spiel auf. Sie kamen zum Schluss, dass nichts verloren ist. Es gibt gute Gründe, warum der FC Basel am nächsten Mittwoch in Cluj den Turnaround schaffen und das erklärte Ziel «Champions-League-Gruppenphase» doch noch erreichen kann. Wir haben vier davon herausgepickt:

Da war die Welt noch in Ordnung: Marco Strellers Seitfallzieher zum 1:0 für den FC Basel

Da war die Welt noch in Ordnung: Marco Strellers Seitfallzieher zum 1:0 für den FC Basel

Leistung: So grotesk es angesichts des Resultates von 1:2 tönt, viel ändern muss der FC Basel im Rückspiel nicht. Die 66 Minuten bis zu Modou Sougous’ Doppelschlag waren das Beste, was Heiko Vogels Mannschaft in dieser Saison zeigte. Basel überzeugte mit durchdachten Angriffen, einer perfekten Arbeitseinstellung, einer souveränen Abwehrleistung und – trotz vergebener Chancen – nie verlorener Geduld. Man kann dem Team auch nicht vorwerfen, es habe zu vehement das 2:0 gesucht und sei dadurch zu offen gestanden. Beide Gegentore resultierten aus individuellen Fehlern. Einziger Kritikpunkt ist – neben der mangelnden Effizienz – die Reaktion nach Sougous’ zweitem Streich. Anstatt es beim keineswegs aussichtslosen 1:2 zu belassen, gab Basel die Defensive auf und kam nur dank dem Pfosten und Goalie Yann Sommer um das 1:3 herum, was wohl vorentscheidend gewesen wäre. Vielleicht stellt es sich für das Rückspiel als gutes Omen heraus, dass dieses naive Verhalten unbestraft blieb.
Die Chance, dass Basel im Championsleague-Topf landet, besteht weiterhin

Die Chance, dass Basel im Championsleague-Topf landet, besteht weiterhin

Ausgangslage: Sie ist längst nicht so schlecht wie von vielen Seiten beschrieben. Ein frühes 1:0 im Rückspiel, und der FCB ist wieder dick im Geschäft. Ein 2:0-Sieg reicht für die Gruppenphase, mit einem 2:1 käme es zur Verlängerung. Die vielen Chancen für Basel haben gezeigt, dass die Abwehr der Rumänen, obwohl diese ultradefensiv aufgetreten sind, alles andere als sattelfest ist. Auch in Cluj wird die Basler Offensive zu Möglichkeiten kommen. Nur gilt es, diese im Gegensatz zu vorgestern konsequent zu nutzen und gleichzeitig die Böcke in der Abwehr zu unterlassen.
Auf ihm liegen die Hoffnungen für das Rückspiel: Alex Frei.

Auf ihm liegen die Hoffnungen für das Rückspiel: Alex Frei.

Alex Frei: Für die bessere Chancenauswertung sorgen soll der wiedergenesene Topskorer. Am Dienstag trat er erst nach 79 Minuten ins Spiel ein und sorgte in den gut zehn Minuten für viel Unruhe beim Gegner. Frei wird in Cluj – vorausgesetzt er bleibt fit – von Anfang an spielen. Seine oft genug bewiesene Effizienz könnte dem Pendel den entscheidenden Schubser in Richtung FCB geben. Die Reservegoalies Germano Vailati und Mirko Salvi mussten im gestrigen Training leidlich erfahren, dass Frei während der dreiwöchigen Absenz nichts von seiner Abschlussqualität eingebüsst hat.
Modou Sougou schockte die Basler mit zwei Treffern.

Modou Sougou schockte die Basler mit zwei Treffern.

Gegner: Der grosse Druck liegt nun auf den Rumänen. Der FC Basel stieg leicht favorisiert in das Duell, Cluj konnte im St. Jakob-Park nur gewinnen. Das haben sie und damit für das Rückspiel von Basel die Favoritenrolle übernommen. Nun sind sie es, die vor eigenem Anhang und mit einem Präsidenten vom Typ Constantin auf der Tribüne alles verlieren können. Mit dem FCB rechnet ein Grossteil der Öffentlichkeit nicht mehr, was viel Druck wegnimmt.