Grosser Rat Basel-Stadt

45 Millionen für Margarethen-Kunschti

Neu sollen zwei Eisfelder der «Kunschti» überdacht sein - auch, um Energie zu sparen. Dies ist eine Visualisierung davon.

Neu sollen zwei Eisfelder der «Kunschti» überdacht sein - auch, um Energie zu sparen. Dies ist eine Visualisierung davon.

Die in die Jahre gekommene Kunsteisbahn Margarethen in Basel soll nun doch nicht verlegt, sondern saniert werden. Dafür beantragt die Basler Regierung beim Grossen Rat einen Kredit von knapp 45 Millionen Franken.

Eine alte, ja zerbrechliche Dame ist sie. Die Kunsteisbahn Margarethen, 1934 am Fusse des Bruderholz erbaut, befindet sich in einem desolaten Zustand: Garderoben mit schimmligen Wänden, eine lottrige Tribüne oder die stromfressende Infrastruktur sind nur ein paar von vielen Punkten, welche die «Kunschti» untragbar machen. Nun soll sie umfassend saniert werden, teilte die Regierung gestern mit. Die Gesamtkosten für das Projekt der Zürcher Generalplaner phalt/Anderegg belaufen sich auf rund 45 Millionen Franken.

Demnach sollen zwei der drei Eisfelder in Zukunft überdacht sein – nicht nur, um sie vor der Witterung zu schützen: Damit würde sich der Energieverbrauch um 30 Prozent reduzieren, so die Regierung. Zudem werde eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert. Die ganzen Ausstattungen und Einrichtungen sollen erneuert, gewisse bestehende Anlagen rückgebaut und Sicherungsmassnahmen ausgeführt werden.

In den Gesamtkosten enthalten ist ein Provisorium, das laut Thomas Mächler, Bereichsleiter Jugend, Familie und Sport beim Erziehungsdepartement, voraussichtlich auf dem Rankhof zu stehen kommt. Die Bauzeit, so Mächler, belaufe sich auf 1,5 Jahre. Das bedeute, dass eine Wintersaison in der «Kunschti» ausfalle, was die Provisorien nötig mache. «Im Optimalfall kann Ende März 2021 mit den Arbeiten begonnen werden, realistischer ist 2022.» Es hänge davon ab, ob die vorberatende Bau- und Raumplanungskommission innert nützlicher Frist das Geschäft dem Grossen Rat unterbreite. Danach folge das Baubewilligungsverfahren.

Die Eishalle am Dreispitz ist noch nicht vom Tisch

Der Ratschlag der Regierung ist als klares Bekenntnis zur alten Dame anzusehen, nachdem sie auch alternative Standorte geprüft hat – in erster Linie aus Kostengründen: Die Sanierung ist immens teuer. Die Kosten des Baus einer Eishalle an einem neuen Ort wurden auf 10 Millionen Franken geschätzt. Warum hat sich die Regierung nicht für diese Variante und den Rückbau der Margarethen entschieden? Mächler: «Die Eisbahn ist bei der Gemeinde Binningen als schützenswertes Objekt eingetragen. Zudem würde der Rückbau an Hanglage einen zweistelligen Millionenbetrag kosten.»

Der Entscheid der Regierung muss sich für Peter Tschudin wie ein Schlag ins Gesicht anfühlen. Der Präsident des Kantonalen Eislauf- und Eishockeyverbands sagt: «Diese teure Sanierung bringt dem Basler Eissport überhaupt nichts. Damit verschärft sich die Situation für uns sogar.» Man habe beim Kanton auf Platzprobleme in der Margarethen hingewiesen: «Den Clubs fehlen 1000 Stunden, um zu trainieren. Mit dem Wegfall der Kunschti Eglisee, die nur noch für freies Eislaufen vorgesehen ist, haben wir zudem eine Eisfläche weniger.»

Als alternativer Standort in der Vergangenheit immer wieder ein Thema war das Dreispitzareal, und zwar bei den ehemaligen Arfa Röhrenwerken. Die Landbesitzerin, die Christoph Merian Stiftung, stand den Plänen offen gegenüber. Obschon der Kanton daran nichts zahlen möchte, ist die Idee laut Tschudin noch nicht vom Tisch. Gerüchten zufolge sind die Verhandlungen zur Finanzierung einer Eishalle von privater Seite auf gutem Weg.

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