46. Basler Sammlerbörse
Die Jäger und Sammler sind zurück an der Mustermesse

Am Freitag wurde die 46. Basler Sammlerbörse eröffnet. In der Mustermesse gibt es neben Briefmarken und Antiquitäten auch zwei Ausstellungen zu sehen.

Maximilian Karl Fankhauser Jetzt kommentieren
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Ein Antiquitätenstand an der 46. Basler Sammlerbörse.

Ein Antiquitätenstand an der 46. Basler Sammlerbörse.

Kenneth Nars

Schon die lange Schlange vor der Halle 2 auf dem Messeplatz verrät: Darauf haben sie lange gewartet. Angeregte Diskussionen über antikes Kinderspielzeug und gespannte Gesichter. Drinnen angekommen, erblickt das Sammlerauge erst einmal einen grossen zweiteiligen Ausstellungsrundgang. Zu sehen gibt es dort einerseits Bilder der Mustermesse aus der Vergangenheit, aber auch eine gross angelegte Sammlung von Postkarten. «Die grösste ihrer Art in der Schweiz», sagt Jean-Paul Bach, Organisator der Veranstaltung.

Durch die grossen Türen gelangen die Sammelbegeisterten und Neugierigen dann zum Herzstück: Die 46. Basler Sammlerbörse. Am Freitag um elf Uhr wurde sie eröffnet und dauert bis Sonntag. Angeboten werden eine Vielzahl an Antiquitäten, Briefmarken, aber auch Modellwaren und Spielsachen. Es herrscht ein reges Treiben. Um einen Antiquitätenstand tummeln sich viele Menschen, die die Ware interessiert begutachten. «Der Standbetreiber macht das sehr geschickt. Er stellt die Objekte einfach auf den Tisch und liefert nach und nach neue Ware», sagt Bach. Somit würden die Schaulustigen bei Interesse gehalten und bleiben stehen. «Bis dann jemand aber mal das Portemonnaie zückt, dauert es lange.»

Seit 50 Jahren eine Messe pro Woche

Die Briefmarkenstände öffnen erst morgen, dennoch sind schon einige Branchenvertretende zugegen. Vera Fliss, Inhaberin von «Veraphil» in Bottmingen bringt Briefmarken und Ansichtskarten an die interessierten Käuferinnen und Käufer. «Ich bin eine der einzigen Anbieterinnen aus der Region», sagt sie stolz. Seit zwanzig Jahren zeigt sie nun schon ihre Briefmarken an der Basler Sammelbörse. Mit Ausnahme des letzten Jahres. Dort sei die Börse nur fünf Tage vor Beginn abgesagt worden. Für den Aussteller muss das tragisch gewesen sein. «Es war ein richtig schöner Anlass geplant.»

Jede Woche ist Fliss an einer Börse. Seit fünfzig Jahren. Kurz abgelenkt wird sie von einem Kunden, der sich verabschieden will. «Nach so einer langen Zeit werden die Kunden anhänglich», sagt sie und kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Langweilig werde ihr auch nach dieser langen Zeit nicht. «Was macht man sonst als Senior? Man sitzt nur zu Hause.» Durch die Börsen kaufe sie jede Woche wieder neue Sammlungen ein, die sie dann wieder präsentieren kann. «Und ich finde es einfach toll, die Leute immer wieder zu sehen.» Freundschaften seien es zwar nicht, die entstehen, dafür ist ihr über die Jahre ein grosser und treuer Kundenstamm herangewachsen.

Dank ihrem Ehemann, der früher Briefmarken gesammelt hat, sei ihr damals die Idee gekommen, den An- und Verkauf zu starten. «Haben sie doch noch etwas gefunden?» Fliss dreht sich zu einem Kunden um, der längere Zeit am Stand verbracht hat und nun mit einem Stapel alter Ansichtskarten sichtlich zufrieden vor ihr steht. Kassenschlager seien vor allem Objekte aus der Schweiz.

Menschen, die für ihr Amüsement kommen

Beim Eintritt in die grosse Halle, trifft man auf einen atypischen Stand für eine Sammlerbörse. «Genealogisch-Heraldische Gesellschaft der Regio Basel (GHGRB)» steht dort auf einem Schild geschrieben. Ein weiteres Plakat will wissen, wie es um die Verwandtschaft von Englands Premierminister Boris Johnson und der Basler Münstermumie steht. Rolf Hallauer, Obmann des GHGRB, ist nach 2019 zum zweiten Mal an der Sammlerbörse. «Wir betreiben hier einen Mischwarenhandel», sagt er. Die Genealogie, die Familienforschung, sei an sich auch etwas antikes, das bis ins 15. Jahrhundert zurückführt. «Wir stellen hier unsere Gesellschaft vor. Zudem haben wir auch Jugendstillampen im Angebot.», sagt Hallauer, der diese Lampen restauriert. Er selbst sammle aber auch antike Objekte.

Als grosses Highlight sieht Organisator Bach die Ausstellungen beim Eingang. «Das hier ist die grösste Ausstellung über die Mustermesse, die es je gegeben hat.» Zu sehen sind viele Postkarten, die auch als grosse Drucke gezeigt werden. Die Philatelie, also die Briefmarkenkunde, ist ganz allgemein das grosse Stichwort dieser Ausstellung. Heinz Glättli, Präsident der Stiftung Basler Taube und Philatelist, beschreibt diese so: «Die Philatelie. geht weit über das Briefmarkensammeln hinaus.» Viele der Philatelisten würden die Postgeschichte studieren.

Jean-Paul Bach ist sehr zufrieden, dass er sein Publikum in diesem Jahr wieder an der Sammlerbörse willkommen heissen darf. Es ist ein Publikum, dass laut ihm grösstenteils aus Menschen besteht, «die für ihr Amüsement vorbeikommen.»

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