Gemeinderatswahlen

5 Sitze, 6 Kandidierende – Bettingen hat die Wahl

Sie stellen sich (teilweise) wieder zur Wahl Katharina Näf Widmer (Gemeindeverwalterin, von links), Belinda Cousin (tritt nicht mehr an), Patrick Götsch (Gemeindepräsident), Dunja Leifels, Eva Biland, Ueli Mauch.

Sie stellen sich (teilweise) wieder zur Wahl Katharina Näf Widmer (Gemeindeverwalterin, von links), Belinda Cousin (tritt nicht mehr an), Patrick Götsch (Gemeindepräsident), Dunja Leifels, Eva Biland, Ueli Mauch.

Die Bettinger Dorfvereinigung schickt für die abtretende Belinda Cousin zwei Kandidaten ins Rennen.

Wie viele Grossratsmitglieder und Regierungsräte aus Basel-Stadt wissen, dass am 10. Februar der Bettinger Gemeinderat neu bestimmt wird? Wohl nicht allzu viele. Während sich in Riehen bei den Wahlen regelmässig die kantonalen Parteipräsidenten blicken lassen, wagt sich selten jemand nach Bettingen hoch.

Die traditionellen Stammparteien spielen in Bettingen keine Rolle. Im Gegenteil. Ihnen ist es per «stilles Abkommen» untersagt, sich in den Wahlkampf einzumischen. Die beiden Organisationen «Aktives Bettingen» und «Bettinger Dorfvereinigung» bestimmen das politische Leben im Dorf. Nationale und kantonale Auseinandersetzungen sind weit weg.

Das Aktive Bettingen spaltete sich vor 17 Jahren von der Dorfvereinigung ab. Beide sorgen für politischen Nachwuchs und damit dafür, dass die Stimmbevölkerung in den vergangenen Jahren bei den Wahlen stets eine Auswahl hatte.

Bisherige tritt nicht mehr an

Dies ist auch am 10. Februar so: Belinda Cousin von der Dorfvereinigung tritt nach acht Jahren im Amt nicht mehr an. Sie war zuletzt für das Ressort Bildung und Finanzen zuständig. Die Dorfvereinigung schickt mit Matthias Walser und Daniel Schoop gleich zwei neue Kandidaten ins Rennen.

Gemeinderätin Eva Biland, zuständig für die Bereiche Gesundheit, Soziale Sicherheit, Sport und Freizeit, stellt sich erneut zur Verfügung. Für das Aktive Bettingen treten Gemeindepräsident Patrick Götsch, Gemeinderätin Dunja Leifels (Energie, Liegenschaften, Volkswirtschaft) und Gemeinderat Ueli Mauch (Raumordnung, Umwelt und Verkehr) wieder zur Wahl an.

Inhaltlich unterscheiden sich die beiden Vereinigungen kaum. Beide ticken bürgerlich-liberal und haben Mitglieder von den gleichen Stammparteien. Gabriella Ess, alt Gemeinderätin und Präsidentin des Aktiven Bettingen, findet aber kleine Unterschiede, die damals zur Abspaltung von der Dorfvereinigung führten. «Wir sind wohl die leicht liberalere Vereinigung, die Dorfvereinigung etwas wertkonservativer.» Die Unterschiede seien aber minimal. «Wenn jemand mal gewählt ist, spielt die Vereinigung im Gemeinderat absolut keine Rolle mehr. Dann geht es nur noch um die Sache.»

Eva Biland, Präsidentin der Dorfvereinigung, kann keine Unterschiede festmachen. Ob man Mitglied der einen oder anderen Gruppierung wird, darüber entscheide oftmals das persönliche Umfeld, in dem man sich bewegt.

Nachteil für den Neuzuzüger?

Dass die Dorfvereinigung mit zwei Kandidaten für den einen frei werdenden Sitz antritt, will Eva Biland nicht als Angriff auf die Bisherigen verstehen. «Uns war es ein Anliegen, dass die Bevölkerung eine Auswahl hat.» Matthias Walser ist als «Ur-Bettinger» bestens vernetzt im Dorf, war unter anderem während 20 Jahren im Bürgerrat aktiv.

Der 41-jährige Daniel Schoop zog 2017 von Basel nach Bettingen und politisierte in der Stadt für die FDP. Dass dies im beschaulichen Bettingen ein Nachteil sein könnte, verneint auch Eva Biland nicht. «Bettingen ist dahingehend wohl schon etwas konservativ. Dafür überzeugt Daniel Schoop mit seinem Enthusiasmus.» Wichtig sei eben auch, dass man sich für spätere Wahlen oder für Kommissionssitze empfiehlt.

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