«5000 Jahre Fasnacht». Davon sind die Drummeli-Macher überzeugt, und sie bieten – mit historischen Sprüngen – einen Überblick über diese lange Zeit in der nächsten Ausgabe der bekannten Vorfasnachtsveranstaltung.

Als Première präsentierte Das Fasnachts-Comité am Dienstag einen «Trailer» im Zeichentrickformat: Die Steinzeit-Bebbi klopfen sich mit den Keulen im «Mamme-Babbe»-Rhythmus auf die Köpfe. 44 vor Christus wird Basel mit einem bekannten gallischen Dorf verglichen, das den Römern erbitterten fasnächtlichen Widerstand leistet. 740 wird das neu gebaute Münster in die Kulisse der drey scheenschte Dääg integriert. Mit dem Bau der Mittleren Brücke 1225 wird das Kleinbasel an die Fasnacht angeschlossen, bis 1356 das grosse Erdbeben wieder alles platt macht.

Dass eine der beiden teilnehmenden Guggen (Chaote oder Grunz Gaischter) das «Beben» ausspielen wird, ist kein Geheimnis mehr. Sie haben die nötigen Instrumente dazu. Im Jahr 1500 ist die Reihe an den Zünften, die zu jener Zeit in Basel das Sagen hatten. Dazu darf das «Zunftspiel E.E. Zunft zu Safran» als Gast einen Drummeliauftritt absolvieren. Anschliessend folgen Themen, die etwas schwieriger darzustellen sein dürften: Der Westfälische Friede am Ende des Dreissigjährigen Kriegs mit dem Basler Bürgermeister Johann Rudolf Wettstein als Schweizer Diplomat, die Aufklärung oder die Besetzung Basels durch Napoleon.

Fassbarer werden die Spanisch-Brötli-Bahn oder die industrielle Revolution, die vor allem mit der Basler Chemie und Pharmabranche symbolisiert werden kann. Gespannt wird das Publikum verfolgen, wie düstere Zeiten (Weltkriege, Nazi-Herrschaft) in der fasnächtlichen Geschichtsschreibung dargestellt werden. Aber auch vor einer (witzigen) Geschichtsumdeutung werden die Stammcliquen nicht Halt machen: So soll der erste Mensch auf dem Mond ein Waggis gewesen sein und eine Basler Fahne in die Kraterlandschaft gesteckt haben.

Je näher der rote Faden der fasnächtlichen Geschichtsschreibung an die Neuzeit gelangt, desto kleiner werden die Zeitsprünge. «Einen roten Faden zu entwickeln, war ein grosser Wunsch», nennt Robert Schärz ein Ziel. Der Wunsch nach einem «durchgehenden Programm» beschäftigte den neuen Drummeli-Verantwortlichen des Fasnachts-Comités und sein Team schon länger. Der Nachfolger von André Schaad hat dazu dem bewährten Regisseur Laurent Gröflin freie Hand gegeben und zusammen mit dem Historiker Peter Habicht die «Geschichtsidee» entwickelt. «Es gibt nichts älteres als die Basler Fasnacht», schmunzelt Gröflin. 

Zwei Gebäude, drei Etagen, Bier, Waggis und Nervenkitzel – das läuft hinter der Drummeli-Bühne

Zwei Gebäude, drei Etagen, Bier, Waggis und Nervenkitzel – das läuft hinter der Drummeli-Bühne

Rund 1100 Mitwirkende treten im Rahmen einer Drummeli-Aufführung auf und wieder ab. In einem minutiös geplanten Ablauf. Die Bühne ist der Kern, die Kür – und doch nur die Spitze des Eisbergs. Denn dahinter tut sich eine monströse Fasnachtswelt auf. Thierry Moosbrugger, Drummeli-Medienverantwortlicher und Fasnächtler (Alti Stainlemer), hat uns während der Premiere durchgeführt.