Bei den meisten Sozialhilfeleistungen, die der Kanton Basel-Stadt auszahlt, sind die Zahlen stabil oder weisen nur leicht nach oben. Das zeigt der Sozialhilfebericht 2013, den das Wirtschafts- Sozial- und Umweltdepartement (WSU) gestern veröffentlichte. Insgesamt hat der Kanton im vergangenen Jahr knapp 600 Millionen Franken an Sozialleistungen ausbezahlt.

Eine auffällige Ausnahme gibt es: Die Familienmietzinsbeiträge steigen weit über dem Durchschnitt aller anderen Leistungen: Bezogen 2011 noch 1165 Familien diese Zuschüsse, waren es 2012 bereits knapp 1500 und im letzten Jahr musste der Kanton 1717 Familien dabei helfen, ihre Miete zu bezahlen. Das kostete Basel-Stadt noch vor fünf Jahren lediglich 500 000 Franken, 2013 waren 8,1 Millionen Franken fällig. Das entspricht einer Steigerung um rund 1400 Prozent.

Kreis der Berechtigten ausgeweitet

Daraus aber auf eine Verschlechterung der finanziellen Verhältnisse der Familien im Allgemeinen zu schliessen wäre falsch, sagt die stellvertretende Leiterin des Amts für Sozialbeiträge, Sarah Thönen: «Der Grund liegt in zwei Gesetzesänderungen.» Eine davon führt dazu, dass sämtliche Mietzuschüsse seit 2008 aus ein und demselben Topf kommen. Die andere Änderung, die schwerer ins Gewicht fällt, ist im letzten Jahr in Kraft getreten: «Der Grosse Rat hat beschlossen, dass die Beiträge erhöht und der Kreis der Berechtigten ausgeweitet wird», erklärt Thönen. Diese Debatte habe wohl auch dazu geführt, dass das Angebot bekannter geworden sei. Nun werde es besser genutzt. «Das war ein politischer Entscheid gegen neue Instrumente. Die alten sind gut, das Parlament wollte sie einfach ein wenig ausbauen.» Nur am Rande mitgespielt hat offenbar die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt.

Ein Blick auf die Statistik verrät: Es sind nicht etwa die Alleinerziehenden, die hier besonders Hilfe benötigen. Bei 64 Prozent der Haushalte handelte es sich um Ehepaare mit Kindern, nur ein Drittel sind Einelternfamilien, beinahe ausschliesslich alleinerziehende Mütter.

Die Konkubinatspaare dagegen fallen nicht ins Gewicht, sie machen lediglich drei Prozent der unterstützten Familien aus. Der Ausländeranteil variiert stark, bei den Ehepaaren macht er 51 Prozent aus, bei den Einelternfamilien liegt er deutlich tiefer - bei rund 40 Prozent. Die typische unterstützte Familie ist also die sogenannt klassische: Verheiratete Eltern mit einem Einkommen und zwei Kindern.

Krankenkasse als Hauptfaktor

Die weitaus am häufigsten genutzte Leistung der Sozialhilfe machen aber weiterhin die Prämienverbilligungen aus. Ein rundes Viertel der Basler Bevölkerung erhält Zuschüsse an diese Kostenstelle im Familienbudget, was den Kanton im vergangenen Jahr 116 Millionen Franken kostete. Etwas mehr kostete die eigentliche Sozialhilfe, die 2013 mit 127 Millionen Franken zu Buche schlug. 11 800 Menschen bezogen Sozialhilfe, das entspricht einer gleichbleibenden Sozialhilfequote von 7,1 Prozent. Dazu kommen die Ergänzungsleistungen zu den nationalen Versicherungswerken AHV (121 Millionen) und IV (116 Millionen). Nach wie vor ist das Risiko Sozialhilfe zu benötigen für ausländische Männer und für Kinder am höchsten.