Insgesamt 14 versuchte und erfolgreiche Diebstähle und Einbrüche hatte die Staatsanwaltschaft dem 38-jährigen Mann (die bz berichtete) zur Last gelegt, und bei allen 14 Fällen kamen die fünf Richter zu einem Schuldspruch: Wegen banden- und gewerbsmässigen Diebstahls, Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung verhängten sie eine unbedingte Freiheitsstrafe von 6,5 Jahren.

«Sie sind ein Berufsverbrecher. Sie haben bisher noch nicht viel gemacht, ausser im Vollzug gesessen oder delinquiert», sagte Gerichtspräsident Marc Oser. Einen Teil der Vorwürfe hatte der Mann bestritten, doch das Gericht sah überall eine geschlossene Indizienkette: Einige Einbrüche geschahen im selben Stil und zeitlich oder örtlich derart nahe an anderen Delikten, sodass man einen Zufall ausschloss.

Zweifel an der Mafia-Story

Dass der Mann von der Russenmafia gezwungen worden ist, die Diebstähle zu begehen, nahm ihm das Gericht nicht ab. «Es ist realistisch, dass eine solche Organisation dahintersteht. Sie sind aber nicht Opfer, sie haben mitgemacht», so Oser. Positiv wertete das Gericht einzig, dass der Mann nie gegenüber Menschen gewalttätig geworden ist.

Bei einem Überfall am helllichten Tag in Zürich stand einer der maskierten Täter mit einer Axt in der Türe und versperrte einer Mitarbeiterin des Schmuckladens so den Ausgang. Das Gericht hatte Zweifel, ob dies der
38-Jährige gewesen war, deshalb sprach man ihn vom Vorwurf der Nötigung frei. Als glaubwürdig stufte man seine Aussagen hingegen nicht ein: Er hat die Delikte immer erst zugegeben, nachdem man ihm seine Anwesenheit am Tatort durch die DNA eindeutig beweisen konnte. Auch gegen seine Auslieferung an die Schweiz hatte er sich mit allen Rechtsmitteln gewehrt, obwohl er behauptet hatte, er habe absichtlich DNA-Spuren bei den Einbrüchen hinterlassen, damit er gefasst werde.

Basler Einbruch klar

Dass der Mann mit einem gestohlenen VW Passat bereits im Januar 2007 das Schaufenster des Basler Fotogeschäfts Marlin in der Aeschenvorstadt zerstört und den Laden ausgeräumt hatte, war unbestritten. Dennoch bleiben Fragen offen: Die Liste der gestohlenen Waren im Gesamtwert von 123 000 Franken passen laut Gericht nicht zu dem, was der Mann bei anderen Einbrüchen jeweils mitgehen liess. «Wir haben grösste Zweifel an dieser Liste», sagte Marc Oser dazu.

Die Deliktsumme bewege sich in diesem Fall wohl zwischen 50 000 und 100 000 Franken. Auch in anderen Fällen war unklar, welcher Schaden bereits von den Versicherungen übernommen worden war. Auch deshalb wies das Gericht die meisten Zivilforderungen auf den Zivilweg. Zu holen ist bei dem Mann ohnehin nichts: Er ist bereits massiv verschuldet. Nach seiner Strafe möchte er mit seiner Familie nach Kanada auswandern und dort ein neues Leben beginnen. Er kann das Urteil noch weiterziehen.