Zoll
65-jährige Ärztin beim Zoll mit einer Million in bar erwischt

Grosser Fang für die Zöllner am Zoll in Weil am Rhein. Sie erwischten eine Ärztin aus Skandinavien, die mit einer Million Franken in bar aus der Schweiz nach Deutschland einreisen wollte. Ein Mann versuchte 900 Schuss Munition zu schmuggeln.

Rüdi Steiner
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Zollbeamte erwischten in Weil am Rhein skandinavische Ärztin mit einer Million in bar.

Zollbeamte erwischten in Weil am Rhein skandinavische Ärztin mit einer Million in bar.

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Die Ärztin und der Muntionsschmuggler waren die beiden gröbsten Fälle, die das Zollamt Weil am Rhein 2012 registrierte, wie der Zoll heute Freitag mitteilt.

Bei ihren Kontrollen stellten die Zöllner 2012 vier Kilogramm Drogen sicher. Ein 40-jähriger Mann versuchte ein Kilogramm Marihuana einzuführen. Die Drogen waren im Ärmel einer Jacke und unter dem Beifahrersitz versteckt. Insgesamt 150 Drogenschmuggler liessen die Zollbeamten auffliegen.

In 100 Fällen stellten sie Barmittel im Wert von etwa vier Millionen Euro fest, die nicht ordnungsgemäss beim Grenzübertritt angemeldet wurden. Den grössten Bargeldbetrag entdeckten die Zöllner bei einer 65-jährigen Ärztin aus Skandinavien. Sie hatte eine Million Schweizer Franken in bar bei sich.

In weiteren 214 Fällen wurden Personen wegen Verstössen angezeigt, die bei der Kontrolle im Reiseverkehr aufgedeckt wurden. So versuchte zum Beispiel ein 38-jähriger Mann, fast 900 Schuss Munition über die Grenze zu schmuggeln.

«Umzugsgut nach Afrika»

Auch bei der gewerblichen Güterabfertigung gab es gröbere Fälle. Rund 430 Tonnen Abfall wurden das vergangene Jahr über an der Grenze wieder zurückgewiesen - darunter auch eine Lieferung von sechs Tonnen Elektroschrott aus der Schweiz, die ursprünglich als Umzugsgut nach Afrika angemeldet wurde. Zurückgewiesen wurden auch mehr als 15 Tonnen nicht zugelassener
Rattenbekämpfungs- und Pflanzenschutzmittel. Für rund 1,3 Tonnen an Arzneimitteln konnte keine entsprechende Einfuhrerlaubnis vorgelegt werden.
Die ausgestellten Bussen hätten zu Mehreinnahmen von mehr als zwei Millionen Euro geführt, teilt das Zollamt mit.

Erwischt haben die Zöllner auch 900 Schuldner. Die Beamten trieben dabei 230000 Euro an noch ausstehenden Forderungen für die öffentliche Hand ein.

Alles in allem hat das Zollamt Weil am Rhein 860 Millionen Euro eingenommen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang von etwa 13 Prozent. Grund fürs Minus sind Baustellen beim Zollamt, wie Pressesprecher Markus Ückert auf Anfrage erklärt. Die Zahl der LKWs, die die Grenze überquert haben, hat denn auch um 7 Prozent abgenommen. Im Schienenverkehr wurden mehr als 2400 Güterzüge mit fast 130000 Ladeeinheiten abgefertigt. Das sind 100 Güterzüge mehr, aber 13000 Ladeeinheiten weniger.