Gegenüber dem Vorjahr haben die Passagierzahlen auf dem Euro-Airport (EAP) noch einmal um 650'000 zugenommen. Die 6,5 Millionen bedeuten Rekord. Dies berichtete die elsässische Tageszeitung «L'Alsace». Mit einem Plus von elf Prozent weise er somit das grösste Wachstum der europäischen Flughäfen in dieser Grössenordnung auf. 2013 war der EAP auf 5,9 Millionen Passagiere gekommen – bei einem Wachstum von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr war das bereits ein Rekordwert. Das erneute Wachstum hatte sich schon am 27. November abgezeichnet, als der binationale Flughafen seinen sechsmillionsten Passagier begrüsste und in einer Medienmitteilung ankündigte, dass er für 2014 die erwähnten 6,5 Millionen Passagiere erwarte. Endgültig bestätigen wollte und konnte die EAP-Mediensprecherin die Zahl noch nicht, da die Statistiken für das gesamte Jahr erst ab 2. Januar vorliegen würden. Erst dann liesse sich sagen, ob es 6,5 Millionen oder vielleicht sogar 6,7 Millionen Passagiere seien. Laut «L'Alsace» kommen ungefähr 60 Prozent der Passagiere aus der Schweiz oder reisen dorthin. Für Deutschland und Frankreich betragen die Zahlen jeweils 20 Prozent. Mit 55 Prozent geht über die Hälfte des Verkehrsaufkommens auf Easyjet zurück, das vom EAP mit neun Flugzeugen derzeit 50 Destinationen bedient.

Für 2015 erwartet die EAP-Direktion mit fünf Prozent ein moderateres Wachstum als für 2014. Wie sich die Zahlen entwickeln, dürfte stark davon abhängen, ob es gelingt, eine Lösung im Steuerstreit um den binationalen Flughafen zu finden. Im Sommer 2014 hatte Paris gedroht, dass es ab Anfang 2015 auch bei den im Schweizer Teil des Flughafens ansässigen Firmen französisches Steuerrecht anwenden wolle.

Gespräche laufen wieder

Seit November ist das Ultimatum vom Tisch und die Schweiz und Frankreich sind wieder im Gespräch. Darin geht es auch um die Frage der Flughafentaxen, die die französische Verwaltung auch auf die Fluggesellschaften erheben wollte, die unter Schweizer Flugrecht fliegen. Eine Kompromisslösung in den Steuerfragen zeichnet sich für März 2015 ab.

Laut «L'Alsace», die sich auf ein Gesprächsprotokoll eines Treffens vom 24. November bezieht, sollen die Schweizer Firmen in Zukunft französische Unternehmenssteuern zahlen, aber von der französischen Mehrwertsteuer verschont bleiben, die mit 20 Prozent erheblich höher ist als die Schweizer mit acht Prozent.

Bernd Menzinger, Vertreter der Schweizer Firmen auf dem EAP, will diese Lösung gegenüber der bz nicht bestätigen. «In dem Protokoll, das uns vorliegt, ist davon nicht die Rede.» Positiv sei, dass die Unternehmen jetzt in einer Arbeitsgruppe direkt mit den französischen Steuerbehörden verhandeln würden und im Gespräch seien. «Wir streben eine ähnliche Lösung an, wie sie in Bezug auf das Arbeitsrecht im Accord de Méthode besteht», sagte Menzinger. Darin war geklärt worden, dass man sich für die Schweizer EAP-Firmen am Schweizer Arbeitsrecht orientiert. «In Bezug auf die Steuern sagt Menzinger: »Welches Recht gilt, ist uns im Grunde egal, solange die steuerliche Belastung für die Firmen nicht zunimmt.»